Bericht: Deutschland soll 50 Prozent an KNDS von Eigentümerfamilien kaufen
München, 14. Okt (Reuters) - Die deutschen Eigentümerfamilien von KNDS haben die Börsenpläne für den Panzerbauer einem Zeitungsbericht zufolge zunächst aufgegeben und wollen ihre komplette Beteiligung von 50 Prozent an den Staat verkaufen. Verhandelt werde vor allem noch über den Preis, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen. Eine Entscheidung sei in den nächsten Wochen zu erwarten. Angesichts fehlender Alternativen halte die Bundesregierung die Übernahme des gesamten 50-Prozent-Anteils für sinnvoll, um eine französische Dominanz bei dem Hersteller des Kampfpanzers "Leopard 2" zu verhindern, hieß es in dem Bericht. Die Eigentümerfamilien wollten sich dazu nicht äußern.
Die in der Wegmann-Holding zusammengeschlossenen Familien wollten im Zuge des Börsengangs - ebenso wie der französische Staat - zehn Prozent ihrer Anteile abgeben. Zugleich sollte der deutsche Staat die übrigen 40 Prozent übernehmen - zu einem Preis, der sich am Emissionspreis beim Börsengang orientiert. Die milliardenschwere Emission war aber vor der Sommerpause verschoben worden, weil die Investoren nicht bereit waren, die Preisvorstellungen der Familien zu erfüllen. Sie hatten sich eine Bewertung für KNDS von 15 Milliarden Euro erhofft. Doch Zweifel an der Nachhaltigkeit der Aufrüstung in Europa hatten die Bewertungen von Konkurrenten wie RheinmetallRHMG.DE oder CSGCSG.AS gedrückt.