Bericht: Bund leitet Reprivatisierung des Gaskonzerns Sefe ein

Von Reuters News

- Die Bundesregierung treibt die Reprivatisierung des verstaatlichten Gaskonzerns Sefe einem Medienbericht zufolge voran. Das Bundeswirtschaftsministerium habe Kanzleien aufgerufen, sich für die rechtliche Beratung des Vorhabens zu bewerben, berichtete die "Börsen-Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Ausschreibungsunterlagen. Der Zuschlag solle bis spätestens zum 1. November erteilt werden. Zugleich bewerben sich dem Bericht zufolge Investmentbanken bei der staatlichen Förderbank KfW um Mandate für die Privatisierung. Der Bund hatte die ehemalige Gazprom-Tochter nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine mit rund sechs Milliarden Euro gerettet und verstaatlicht. Auf diesen Betrag werde der Wert des Unternehmens mit Sitz in Berlin nun geschätzt. Dass Sefe wieder privatisiert werden solle, war grundsätzlich auch in der Regierungskoalition vereinbart.

Geplant ist den Angaben zufolge ein zweigleisiges Verfahren, das entweder in einen Verkauf oder in einen Börsengang mündet. In diesem Zuge solle eine Kapitalerhöhung bis zu zwei Milliarden Euro für den Ausbau des Infrastrukturgeschäfts einspielen. Die Investmentbank Lazard berate den Sefe-Vorstand bei der Vorbereitung dieses Schritts, hieß es unter Berufung auf Finanzkreise weiter. Das Interesse potenzieller Investoren halte sich jedoch bislang in Grenzen. Die finanzielle Erholung von Sefe sei weniger weit fortgeschritten als beim Konkurrenten Uniper, der derzeit ebenfalls privatisiert wird.

Sefe steht für "Securing Energy for Europe" und ist der mit Abstand größte Gasimporteur in Deutschland. Das Importvolumen ist etwa doppelt so groß wie das von UniperUN0k.DE. Das Unternehmen spielt damit eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit. Im Jahr 2025 erzielte Sefe mit knapp 2200 Beschäftigten einen Umsatz von rund 15,5 Milliarden Euro.