Asiens Börsen geben nach - Inflationssorgen und Nahost-Konflikt belasten

Von Reuters News

- Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag im Vorfeld wichtiger US-Arbeitsmarktdaten und angesichts geopolitischer Spannungen nachgegeben. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 0,9 Prozent auf 68.326,72 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix.TOPX notierte 1,0 Prozent niedriger bei 4.089,26 Zählern. Die Börse Shanghai.SSEC blieb feiertagsbedingt geschlossen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 wurde ebenfalls nicht gehandelt. Schwankungen an den Anleihemärkten sorgten bei den Anlegern zusätzlich für Verunsicherung.

In Japan drückten überraschend hohe Inflationsdaten und Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Sechs-Wochen-Hoch auf die Stimmung. Die Kerninflation in Tokio stieg im September auf 2,7 Prozent und schürte Erwartungen auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan (BOJ). "Die Inflationszahlen sind stark und zeigen, dass die Unternehmen die steigenden Kosten durch den schwachen Yen und den Iran-Krieg stetig weitergeben", sagte Analyst Yoshiki Shinke vom Dai-ichi Life Research Institute. Zudem belasteten der Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussetzung chinesischer Ölexporte die Märkte.

Trotz der trüben Gesamtstimmung gab es an der Tokioter Börse auch Lichtblicke. Zu den größten Gewinnern im Nikkei zählten Furukawa Electric5801.T mit einem Plus von 6,25 Prozent, gefolgt von Baycurrent6532.T und Mitsui Kinzoku5706.T. Auf der Verliererseite standen hingegen Technologiewerte unter Druck: Die Aktien der SoftBank Group9984.T rutschten um 5,27 Prozent ab, auch Taiyo Yuden6976.T und Tokyo Electron8035.T verzeichneten deutliche Verluste. Analyst Yuta Okamoto von Tokai Tokyo erklärte den Rücksetzer des Leitindex mit der starken Rally vom Vortag: "Sorgen über eine kurzfristige Überhitzung dürften zu Gewinnmitnahmen führen."


Devisen

Am Währungsmarkt profitierte der Dollar von seiner Rolle als sicherer Hafen angesichts der Turbulenzen an den europäischen Anleihemärkten, wo Haushaltssorgen in Frankreich die Renditen in die Höhe trieben. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 157,94 Yen und legte leicht auf 6,7045 Yuan zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8311 Franken vor. Der Euro, der zuvor stark unter Druck geraten war, blieb fast unverändert bei 1,1242 Dollar und zog leicht auf 0,9343 Franken an.


Ölpreise

Die Ölpreise blieben auf hohem Niveau, angetrieben von der Sorge vor weltweiten Angebotsengpässen. Berichte über eine Truppenaufstockung der USA im Nahen Osten sowie der Stopp chinesischer Ölexporte stützten die Notierungen. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,2 Prozent auf 102,52 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 92,85 Dollar.


Wall Street

Die US-Börsen hatten am Vortag nach einem Rückgang der stark gestiegenen Anleiherenditen eine späte Erholung hingelegt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 50.926,56 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500.SPX gewann 0,2 Prozent auf 7.666,45 Zähler, und der technologielastige Nasdaq.IXIC stagnierte bei 26.871,60 Stellen. Anleger blicken nun gespannt auf die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, die Hinweise auf den weiteren Zinskurs der US-Notenbank Fed liefern könnten.