Anleger flüchten in Staatsanleihen - Renditen sinken
13. Okt (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
10.30 Uhr - Ein Ausverkauf bei Technologiewerten lässt Anleger zu als sicher geltenden Staatspapieren greifen. Im Gegenzug gibt die Rendite der Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit um fünf Basispunkte auf 3,43 Prozent nach. Die Rendite der zehnjährigen US-Bonds fiel um sechs Basispunkte auf 5,18 Prozent. In Frankreich sank die Rendite um fünf Basispunkte auf 4,85 Prozent. Ende September und Anfang Oktober hatte der Ausverkauf bei Anleihen die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe mit 3,65 Prozent auf den höchsten Stand seit 2009 getrieben. Französische Staatsanleihen standen zuletzt besonders im Fokus der Anleger. Sie sorgen sich, dass vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr die Bemühungen der Regierung zum Abbau des hohen Etatdefizits stocken. Der Risikoaufschlag für französische gegenüber deutschen Papieren lag zuletzt bei 140 Basispunkten.
09.36 Uhr - Die Anhebung der Jahresprognose gibt Finnair Auftrieb. Die Papiere der finnischen FluggesellschaftFIA1S.HE steigen um 14 Prozent, nachdem die Airline mitgeteilt hat, dass die Nachfrage nach Flugreisen die Erwartungen übertroffen und die Auswirkungen höherer Treibstoffkosten kompensiert habe. Das Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Umsatz zwischen 3,5 und 3,6 Milliarden Euro, nach zuvor 3,4 bis 3,5 Milliarden Euro. Das vergleichbare operative Ergebnis werde bei 175 bis 220 Millionen Euro erwartet, teilte Finnair mit. Bislang hatte die Prognose bei 120 bis 190 Millionen Euro gelegen. Die hohen Treibstoffkosten seien zum Teil über die Ticketpreise weitergegeben worden.
07.48 Uhr - Nach dem Ausverkauf bei Halbleiterwerten in Asien und an der Wall Street geben hierzulande Infineon und AixtronAIXGn.DE nach. Die Titel des Chipherstellers Infineon verlieren im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz 1,5 Prozent und sind damit schwächster Dax-Wert. Chipanlagenbauer Aixtron sinkt vorbörslich knapp zwei Prozent, Chipausrüster Suss MicrotecSMHNn.DE büßt ebenfalls 2,5 Prozent ein.
07.25 Uhr - Die Aussicht auf zusätzliche Diesellieferungen aus Russland lässt die Ölpreise leicht fallen. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich jeweils um 1,5 Prozent auf bis zu 105 und 92,17 Dollar je Barrel. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, Russland habe zugestimmt, Diesel auf die Weltmärkte zu liefern. Seine Regierung habe die US-Sanktionen gegen russischen Treibstoff vorübergehend aufgehoben. Gleichzeitig blieben die Versorgungsrisiken im Nahen Osten im Fokus der Anleger. "Frische Diesellieferungen aus Russland und stabilere saudische Ströme bringen zwar eine gewisse Entlastung, doch der Markt scheint immer noch mehr über das Risiko weiterer Angriffe auf Schiffe oder Pipelines am Golf besorgt zu sein", sagte der Analyst Tim Waterer vom Brokerhaus KCM Trade. Die Opec hatte zudem ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage in diesem Jahr auf 400.000 Barrel pro Tag gesenkt. Zu Jahresbeginn war sie noch von 1,4 Millionen Barrel ausgegangen.