Airtel Money strebt verschobenen Börsengang in London an

Von Reuters News

- Ein milliardenschwerer Börsengang im Herbst könnte für frischen Wind am schrumpfenden Aktienmarkt in London sorgen. Airtel Money will den im Frühjahr verschobenen Börsengang beantragen und einem Insider zufolge dabei 800 Millionen Dollar einsammeln. Dies entspräche einer Marktkapitalisierung zwischen acht und neun Milliarden Dollar und könnte einer der größten Neuemissionen in London seit Jahren werden.

Ursprünglich hatte der mobile Bezahldienst von Airtel AfricaAAF.L den Sprung aufs Parkett im ersten Halbjahr angepeilt, ihn dann jedoch unter Verweis auf das ungünstige Börsenumfeld wegen des Krieges zwischen den USA und dem Iran verschoben. "Ich glaube, wir haben relativ gute Marktbedingungen", sagte der Chef von Airtel Money, Ian Ferrao, der Nachrichtenagentur Reuters. "Ja, es gibt im Moment eine gewisse Volatilität, aber wenn man sich viele der Indizes ansieht, entwickeln sie sich gut."

Details wie die Preisspanne und die Anzahl der angebotenen Aktien sollen Anfang Oktober bekannt gegeben werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die endgültige Preisfestsetzung sei für Mitte Oktober geplant. Der Börsengang soll über ein sekundäres Angebot bestehender Aktien erfolgen, wonach ein Streubesitz von mindestens zehn Prozent erwartet wird. Der afrikanische Telekommunikationskonzern Airtel Africa hält derzeit rund 78 Prozent an Airtel Money, während Minderheitsanteile von TPG, MastercardMA.N, der Qatar Investment Authority und Chimetech Holding gehalten werden. Airtel Africa werde auch nach dem Börsengang ein langfristiger Investor bleiben, teilte Airtel Money weiter mit.

Das Vorhaben könnte dem Londoner Aktienmarkt einen dringend benötigten Schub geben. Dieser hat in den vergangenen zehn Jahren an Volumen verloren, da Unternehmen auf der Suche nach höheren Bewertungen abgewandert sind. "Letztendlich verfügt London über umfangreiches Kapital", sagte Ferrao. "Unsere Marke ist bekannt und das hat es uns wahrscheinlich erleichtert, in London Fuß zu fassen und mit allen Investoren ins Gespräch zu kommen."