Airbus will maßgeblichen Anteil an neuem europäischen Kampfjet

Von Reuters News

- Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern AirbusAIR.PA pocht auf einen maßgeblichen Anteil am geplanten neuen europäischen Kampfjet. "Deutschland wird sicherlich sehr viel Geld in ein solches Projekt einbringen. Dazu gehört dann auch, dass man für seine Industrie einen entsprechenden Anteil fordert", sagte der Chef der Airbus-Sparte Defence and Space, Michael Schöllhorn, dem "Handelsblatt". "Wir sind stark, was das Rumpfmittelteil angeht, inklusive der Flugsteuerung und Avionik." Auch bei den Themen Cockpit, Sensorik, Tarnkappenfähigkeit, Vernetzung und Triebwerk habe sich Airbus mit seinen Zulieferern stark weiterentwickelt.

Im Juni hatten Deutschland und Frankreich das Projekt FCAS wegen Streitigkeiten der Industrie gestoppt. Das sogenannte Future Combat Air System (FCAS) sollte ein hochkomplexes europäisches Luftkampfsystem sein, das ab den 2040er Jahren die bisherigen Kampfjets wie den deutschen Eurofighter und die französische Rafale ersetzen sollte. Es sollte zudem eine Antwort auf US-Rüstungsentwicklungen sein. Airbus sucht nun neue Partner für einen Kampfjet, der den Eurofighter ablöst. Der britische Premier Andy Burnham hat Deutschland die Zusammenarbeit angeboten. Die britische BAE SystemsBAES.L entwickelt mit Italien und Japan einen eigenen Tarnkappenjet. "Ob das passt, muss die Luftwaffe entscheiden", sagte Schöllhorn.

Er bringt zugleich Schweden als möglichen Partner ins Spiel. "Aus industrieller Sicht kann ich sagen: Wir haben immer gut mit Saab zusammengearbeitet", sagte der Manager. "Und wenn zwei oder drei nationale Systemhäuser zusammenarbeiten, geht es sicherlich schneller, als wenn sich fünf oder sechs zusammentun." Die Entscheidung für das Milliardenprojekt müsse schnell fallen. Niemand könne es sich leisten, Zeit zu verlieren. "Bis zum Jahresende brauchen wir eine Entscheidung", sagte Schöllhorn.