CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko eines schnellen Geldverlustes. 75 % der Kleinanlegerkonten machen Verluste beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie die Funktionsweise von CFDs verstehen und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko des Geldverlustes einzugehen.
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Differenzkontrakt

Kapitel 1: Was ist ein Differenzkontrakt (CFD)? 

Ein Differenzkontrakt (Contract for difference, CFD) ist ein Derivat, das Ihnen den Handel mit dem Kurs einer Aktie, eines Vermögenswerts oder eines anderen Finanzprodukts ermöglicht, ohne dass Sie die zugrunde liegende Aktie bzw. das zugrunde liegende Produkt besitzen. 

Der CFD-Handel funktioniert ganz einfach: Sie entscheiden sich für den Kauf eines CFD auf den Preis von Brent-Öl (sagen wir, er liegt derzeit bei 50 $ pro Barrel), weil Sie einen Wertanstieg von Brent erwarten. Nach Ablauf des Vertrags zahlt Ihnen der Verkäufer des CFD den Betrag, um den der Preis gestiegen ist. Ist der Kurs zum Beispiel auf 55 $ pro Barrel geklettert, zahlt Ihnen der Verkäufer 5 $ pro CFD, den Sie besitzen.

Später werden wir uns genauer damit befassen, wie Sie traden können. Schauen wir uns aber zunächst die angebotenen Produkte an.

Kapitel 2: Welche Auswahlmöglichkeiten habe ich?

Gute Frage. CFDs können auf eine unglaubliche Vielfalt von Finanzanlagen oder Produkten gehandelt werden. Zu den gängigsten davon gehören:

Rohstoffe – wie Energieprodukte: Öl, Gas; Industriemetalle: Kupfer, Aluminium; Edelmetalle: Silber, Gold; Agrarerzeugnisse: Kaffee, Weizen usw.

Aktien – viele Einzeltitel von Unternehmen, die in Aktienindizes auf der ganzen Welt notiert sind, stehen oft im Angebot.

Indizes – Die Werte von Aktienindizes können für in- und ausländische Indikatoren wie den FTSE 100 in London oder den S&P 50 in New York gehandelt werden.

Währungen – Dabei handelt es sich um Wechselkurse, z. B. das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar: Diese werden in der Regel durch Währungscodes angegeben, d. h. das Pfund gegenüber dem Dollar wird als GBP/USD, der Euro gegenüber dem Yen als EUR/JPY usw. bezeichnet.

Die Liste ist nahezu endlos. Zahlreiche weitere Finanzprodukte wie ETFs können ebenfalls als CFDs angeboten werden. Ganz einfach: Solange etwas einen Indikator oder ein Preisniveau hat, das auf das Handelsvolumen reagiert, kann es an einen CFD gebunden werden.

Trading-Tipp 1: Machen Sie sich mit Ihrem Markt vertraut.

Diese einfache Faustregel sollte jeder gute Trader befolgen. Bevor Sie Geld für Investitionen oder Finanzprodukte ausgeben, sollten Sie etwas über den Markt lernen, in den Sie einsteigen. Bei CFDs bedeutet dies, dass Sie den zugrunde liegenden Markt des CFDs, den Sie kaufen, kennen lernen müssen. Schauen Sie sich die Charts an (diese sind auf Websites wie Bloomberg, Reuters, FT.com, Google Finance usw. frei zugänglich), lesen Sie die Finanznachrichten, informieren Sie sich über die jüngste Entwicklung des Marktes und darüber, wie er tickt.

 

Kapitel 3: Wie funktioniert der CFD-Handel?

Angenommen, Sie haben beschlossen, dass der beste Weg zum Einstieg in einen bestimmten Markt über CFDs ist. Was ist als Erstes zu tun?

Suchen Sie nach einem vertrauenswürdigen Broker. Es gibt zahlreiche Anbieter von CFD-Dienstleistungen, und Sie können heutzutage viel über eine Online-Handelsplattform tun.

Bevor Sie loslegen können, müssen Sie ein Margin-Konto einrichten. Die Margin ist wie eine Kaution für Ihre Trades. Darüber hinaus ermöglichen Broker, mit einem Hebel zu traden, auch als Kreditfinanzierung bekannt.

Damit leihen Sie sozusagen vom Broker Geld für zusätzliche Käufe. So können Sie Ihre Investitionskapazität erhöhen, wie weiter unten erläutert wird (siehe Übung 1), aber es ist auch mit einem gewissen Risiko verbunden.

Wenn Sie einen CFD kaufen, spekulieren Sie darauf, ob der Preis eines Vermögenswerts steigen oder fallen wird. Dies wird als Positionierung bezeichnet. Wenn Sie auf einen Kursanstieg setzen, gehen Sie eine Long-Position ein. Wenn Sie dagegen auf einen Kursrückgang wetten, eröffnen Sie eine Short-Position.

Übung 1. Vorteile von Hebelwirkung

Werfen wir einen Blick auf eine der beliebtesten Aktien in den USA – Apple Inc. Sie glauben, dass der Aktienkurs steigen wird, und beschließen daher, eine Long-Position einzugehen.

Übung 2. Verwendung eines Stop-Loss

Werfen wir nun einen Blick auf den Indexhandel, eine der beliebtesten Formen des CFD-Tradings.

Nehmen wir an, Sie haben sich informiert, und bisher war es ein guter Monat für den FTSE. Sie entscheiden sich für eine Long-Position.

Übung 3. Eingehen einer Short-Position

Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie jetzt auf einen fallenden Preis eines Vermögenswerts spekulieren. In der Marktterminologie heißt das: Sie gehen long und Sie gehen short. Diesmal wollen wir Gold verkaufen.

Eröffnen der Position: Ihr Broker bietet Ihnen am 9. September eine Eröffnungsposition von 103 $ an und Sie beschließen, 100 CFDs zu kaufen. Bei einer Margin von 100 % müssten Sie (100 x 103 $) = 10.300 $ einzahlen, zuzüglich einer Provision für die Transaktionskosten – vielleicht 0,1 % (10,30 $). Es können noch weitere Kosten anfallen, wie z. B. Übernachtgebüren. Denken Sie daran, sich die Gesamtkosten Ihrer Transaktionen genau anzusehen, bevor Sie einsteigen.

Wie Sie sehen können, ist die Margin, die Sie bei 100 % hinterlegen müssen, erschreckend hoch. Wenn Ihr Broker stattdessen eine Margin von 10 % akzeptiert, würden Sie nur 1.030 $ einzahlen. Bei 5 % Margin wären es 515 $.

Schließen der Position: Am 14. September beschließen Sie, Ihre Position zu schließen und Gewinne mitzunehmen, da der Aktienkurs auf 111,77 $ geklettert ist. Das sind 8,77 $ pro Aktie oder ein Gesamtgewinn von 877 $. Möglicherweise wird Ihnen auch eine Provision für die Schließung Ihrer Position berechnet.

Trading-Tipp 2: Was ist in den Nachrichten?

Bei Investitionen in Einzeltitel sollten Sie alle Entwicklungen des Unternehmens in der Presse verfolgen: vierteljährliche Gewinnberichte, Hauptversammlungen, kritische Reaktionen auf neue Produktentwicklungen oder Veränderungen im Vorstand. All diese Dinge und vieles mehr können einen Hinweis auf die künftige Performance der Aktie geben.

Eröffnen der Position: Ihr Broker bietet Ihnen am 27. September eine Eröffnungsposition von 6.807,7 $ an und Sie beschließen, 10 CFDs zu kaufen, die bei einer Margin von 100 % satte 68.070 $ kosten würden. Sie zahlen 5 % Margin (10 x 6.807,7 x 0,005) = 340,39 $.

Schließen der Position: Am nächsten Tag ist der FTSE 100 um 41,7 Punkte auf 6.849,4 Punkte gestiegen. Ihre 10 CFDs sind jetzt 68.494 $ wert, was Ihnen einen Gewinn von (68.494 - 68.070) = 424 $ einbringt.

Warnung: Sie sind eine Long-Position eingegangen, weil Sie von einem Kursanstieg ausgehen. Wenn der Index jedoch um denselben Wert auf 6.766 fällt, reicht Ihre Margin nicht aus, um Ihre Verluste zu decken. In diesem Fall erhalten Sie vom Broker einen „Margin Call“. Sie müssen dann entweder zusätzliches Geld nachschießen oder die Position schließen und die Differenz an den Broker zahlen. 

Um Ihre Margin nicht zu sehr unter Druck zu setzen, können Sie einen sogenannten „Stop-Loss“ einrichten. Dabei legen Sie eine Mindestgrenze fest, bei der die Position automatisch geschlossen wird.

Eröffnen einer Position mit einem Stop-Loss: Sie kaufen weiterhin 10 CFDs bei einer Margin von 5 % auf eine Eröffnungsposition von 6.807,7. Die erforderliche Margin bleibt 340,39 $, wie oben. Diesmal setzen Sie jedoch einen Stop-Loss bei 6.773 für den FTSE, der mögliche Verluste bei 340 $ – also genau im Bereich Ihrer Margin – stoppen und den Trade schließen würde.

Trading-Tipp 3: Begrenzen Sie Ihre Verluste.

Halten Sie nicht an einer verlustbringenden Position fest, nur weil Sie das Gefühl haben, dass sich das Blatt wenden wird. Und erhöhen Sie NIEMALS die Margin für einen verlustbringenden Trade. Keiner irrt sich gerne. Akzeptieren Sie den Fehler und machen Sie weiter.

Eröffnen der Position: Sie entscheiden sich für den Verkauf von 10 Gold-Futures-CFDs der Comex, die am 26. September zu 1.339 $ angeboten werden. Der Einsatz von 5 % Margin wird (10 x 1339 x 0,005) = 66,95 $ kosten.

Schließen der Position: Sie halten Ihre Position bis zum 4. Oktober, als der Kurs auf 1.267 $ gefallen ist. Sie haben gut getradet: Ihr Gewinn beträgt (13.390 $ - 12.670 $) = 720 $.

Trading-Tipp 4:

Jede der obigen Übungen befasst sich mit einer anderen Anlageklasse, was Sie beim Trading berücksichtigen sollten. Setzen Sie sich nicht zu sehr auf einzelne Trades ein. Durch die Diversifizierung Ihres Portfolios ist es unwahrscheinlich, dass ein Fehler oder ein Ereignis Sie in den Ruin treibt. Bedenken Sie die Risiken, die Sie eingehen, und riskieren Sie nie mehr, als Sie sich leisten können.

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Mit CFDs kann man folgende Vermögenswerte traden:

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