StartseiteMarktanalyseEZB-Präsidentin Christine Lagarde – mögliche Nachfolger

EZB-Präsidentin Christine Lagarde – mögliche Nachfolger

Seit 2019 steht Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit als erste Frau in diesem Amt. Während ihr Mandat offiziell noch bis 2027 läuft, beschäftigt die Finanzwelt jetzt schon die Frage, wer den Posten Lagardes in Zukunft besetzen könnte.
Von Timo Emden
Euro-Skulptur vor modernen Gebäuden im Finanzviertel von Frankfurt
Photo: Shutterstock

Im Folgenden erhalten Sie Informationen zum Auswahlverfahren des EZB-Präsidenten, über mögliche Nachfolger von Christine Lagarde und welche Auswirkungen denkbar sind.

Keyfacts

  • Christine Lagardes Amtszeit läuft offiziell bis Ende Oktober 2027
  • Spekulationen um ein vorzeitiges Ende als EZB-Präsidentin wurden dementiert
  • Anleger spekulieren bereits jetzt schon über mögliche Nachfolger

Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied

Seit dem 1. November 2019 ist Christine Lagarde Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) und damit Nachfolgerin von Mario Draghi. Das EZB-Oberhaupt wird insgesamt für eine Dauer von acht Jahren gewählt.

Die „Financial Times“ hatte im Februar 2026 unter Berufung auf eine mit Lagardes Überlegungen vertraute Person berichtet, dass sie ihr Amt als EZB-Präsidentin vorzeitig niederlegen wolle, um so den ausscheidenden französischem Staatsoberhaupt Emmanuel Macron ein Mitspracherecht zu geben, wenn es um die Wahl ihrer Nachfolge geht. Offiziell läuft Lagardes Amtszeit bis Ende Oktober 2027. Bereits im April 2027 soll in Frankreich ein neuer Präsident gewählt werden.

Allerdings habe sie sich demnach noch nicht auf den exakten Zeitpunkt ihres Ausscheidens festgelegt, hieß es.

Ein EZB-Sprecher sagte in diesem Zusammenhang, dass sich Lagarde voll und ganz auf ihre Aufgabe konzentriere und keine Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen habe, hieß es.

Nach den Spekulationen rund um einen möglichen Rückzug signalisierte Lagarde, dass sie ihre Amtszeit voll ausschöpfen wolle.

Wenn ich auf all diese Jahre zurückblicke, denke ich, dass wir viel erreicht haben, dass ich viel erreicht habe“, so die Präsidentin der EZB gegenüber dem „Wall Street Journal“. „Wir müssen das konsolidieren und sicherstellen, dass es wirklich solide und verlässlich ist. Meine Grundannahme ist daher, dass dies bis zum Ende meiner Amtszeit dauern wird.“

Auswahlverfahren zum EZB-Präsidenten

Zunächst berät die Eurogruppe über mögliche Kandidaten für den EZB-Präsidentenposten, welche von den Mitgliedstaaten des Euro-Währungsraums vorgeschlagen werden. Nach Beratung einigt sich die Gruppe auf einen Vorschlag, der anschließend dem Europäischen Rat zur Ernennung vorgelegt wird. Bevor der Europäische Rat eine Entscheidung trifft, werden das Europäische Parlament als auch der EZB-Rat angehört, deren Stellungnahmen mit in die Entscheidung einfließen.

Der Europäische Rat ernennt insgesamt sechs Mitglieder des Direktoriums, einschließlich des Präsidenten als auch Vizepräsidenten. Die Ernennung erfolgt auf Basis einer Empfehlung des Rates der Europäischen Union und nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des EZB-Rates.

Bei aktuell 21 Mitgliedsstaaten des Euro-Währungsgebietes müssen mindestens 16 Länder zustimmen, wobei diese mindestens 65 Prozent der Bevölkerung des Euro-Währungsgebietes repräsentieren.

Die Frage nach dem Nachfolger ist nicht nur im geldpolitischen Sinn relevant, sondern besitzt auch eine geopolitische Bedeutung. Diese spiegelt womöglich Machtverhältnisse zwischen den großen Mitgliedsstaaten und der Ausrichtung der EZB-Politik wider.

Mögliche Nachfolger von Christine Lagarde

  • Klaas Knot

Der frühere Präsident der „De Nederlandsche Bank“ und auch langjähriger Notenbanker Klaas Knot gilt in Medien- und Expertenkreisen als einer der möglichen Kandidaten auf den EZB-Posten.

  • Isabel Schnabel

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wird ebenfalls als mögliche Nachfolgerin von Christine Lagarde gehandelt.

  • Joachim Nagel

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank fungiert auch als möglicher Nachfolgekandidat von Lagarde.

  • Pablo Hernández de Cos

Pablo Hernández de Cos, ehemaliger Präsident der Banco de España sowie Mitglied des EZB-Rates reiht sich ebenfalls als möglicher Nachfolger in die Liste ein.

Fazit:

Christine Lagarde hat die EZB in eine neue geldpolitische Phase geführt. Auch wenn die EZB-Präsidentin Berichte über einen vorzeitigen Rückzug nicht bestätigt hat, dürften die Diskussionen ein Fenster im Hinblick auf ihren Nachfolger und damit auf die Zukunft der Europäischen Zentralbank geöffnet haben. Die Entscheidung über den potenziellen Nachfolger von Christine Lagarde könnte maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik für den Euroraum haben. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen, wie etwa Inflation als auch geopolitischer Spannungen dürfte neben der Erfahrung auch strategische Weitsicht gefordert sein.

Ob der Fokus künftig auf Kontinuität oder auf neue Akzente liegt, dürfte auch von der politischen Konstellation und den Prioritäten der EU-Staaten abhängen.

Nicht zuletzt dürfte die neue Führungspersönlichkeit der EZB vor der Aufgabe stehen, das Vertrauen der Marktteilnehmer zu sichern. In Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Unwägbarkeiten könnte neben einer Transparenz insbesondere eine klare Kommunikation der geldpolitischen Strategie von hoher Bedeutung sein. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Lagardes dürfte in diesem Kontext nicht nur die Geldpolitik des Euroraums prägen, sondern auch die Zusammenarbeit mit internationalen Notenbanken mitgestalten müssen.

Entscheidend für die Nachfolge dürfte letztlich nicht nur geldpolitische Expertise sein, sondern auch die Fähigkeit, die unterschiedlichen Interessen der Euro-Länder auszubalancieren. Denn die nächste EZB-Spitze dürfte sich voraussichtlich weiterhin mit hartnäckiger Inflation, geopolitischen Risiken und einer fragilen Konjunktur auseinandersetzen müssen.

Im laufenden Jahr und darüberhinaus dürften die Diskussionen bzw. Spekulationen rund um den EZB-Posten tendenziell an Fahrt aufnehmen. In diesem Zusammenhang gilt es sich auf mögliche geldpolitische Unsicherheiten einzustellen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die offizielle Amtsdauer Christine Lagardes?

Offiziell läuft Lagardes Amtszeit bis Ende Oktober 2027. Bereits im April 2027 soll in Frankreich ein neuer Präsident gewählt werden.
Doch nach den Spekulationen rund um einen möglichen Rückzug signalisierte Lagarde, dass sie ihre Amtszeit voll ausschöpfen wolle.

Gab es Spekulationen um einen möglichen vorzeitigen Abgang Christine Lagardes als EZB-Präsidentin?

Die „Financial Times“ hatte im Februar 2026 berichtet, dass Lagarde ihr Amt als EZB-Präsidentin vorzeitig niederlegen wolle, um so den ausscheidenden französischem Staatsoberhaupt Emmanuel Macron ein Mitspracherecht zu geben, wenn es um die Wahl ihrer Nachfolge geht.

Wie läuft das Auswahlverfahren zum EZB-Präsidenten?

Der Europäische Rat schlägt einen Kandidaten vor, woraufhin das Europäische Parlament angehört wird. Die Euro-Staaten müssen in diesem Zusammenhang eine qualifizierte Mehrheit erreichen.

Die Frage nach dem Nachfolger ist nicht nur im geldpolitischen Sinn relevant, sondern besitzt auch eine geopolitische Bedeutung. Diese spiegelt Machtverhältnisse zwischen den großen Mitgliedsstaaten und der Ausrichtung der EZB-Politik wider.

Welche Kandidaten könnten Christine Lagarde beerben?

Mögliche Nachfolger von Christine Lagarde

  • Klaas Knot

Der frühere Präsident der „De Nederlandsche Bank“ und auch langjähriger Notenbanker Klaas Knot gilt in Medien- und Expertenkreisen als einer der möglichen Kandidaten auf den EZB-Posten.

  • Isabel Schnabel

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wird ebenfalls als mögliche Nachfolgerin von Christine Lagarde gehandelt.

  • Joachim Nagel

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank fungiert ebenfalls als möglicher Nachfolgekandidat von Lagarde.

  • Pablo Hernández de Cos

Pablo Hernández de Cos, ehemaliger Präsident der Banco de España sowie Mitglied des EZB-Rates wird ebenfalls als möglicher Nachfolger gehandelt.

Könnte die Entscheidung rund um den neuen EZB-Präsidenten Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben?

Die Entscheidung über den potenziellen Nachfolger von Christine Lagarde könnte maßgeblichen Einfluss auf die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik für den Euroraum haben. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen, wie etwa Inflation als auch geopolitischer Spannungen dürfte neben der Erfahrung auch strategische Weitsicht gefordert sein.

Was könnte wichtig für die EZB-Nachfolge sein und welche Herausforderungen könnten warten?

Ob der Fokus künftig auf Kontinuität oder auf neue Akzente liegt, dürfte nicht zuletzt auch von der politischen Konstellation und den Prioritäten der EU-Staaten abhängen.
Entscheidend für die Nachfolge dürfte letztlich nicht nur geldpolitische Expertise sein, sondern auch die Fähigkeit, die unterschiedlichen Interessen der Euro-Länder auszubalancieren. Denn die nächste EZB-Spitze dürfte sich voraussichtlich weiterhin mit hartnäckiger Inflation, geopolitischen Risiken und einer fragilen Konjunktur auseinandersetzen müssen.

Capital Com ist ein reiner Ausführungsdienstleister. Das gegenwärtige Material ist als Marketingkommunikation zu betrachten und sollte nicht als Anlageanalyse oder Anlageberatung interpretiert werden. Jede auf dieser Seite abgegebene Meinung stellt keine Empfehlung von Capital Com oder seinen Vertretern dar. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der auf dieser Seite bereitgestellten Informationen übernehmen wir keine Zusicherung oder Gewähr. Wenn Sie sich auf die Informationen dieser Seite verlassen, tun Sie dies vollständig auf Ihr eigenes Risiko