US-Ökostrom-Aktien nach Wahlen im Aufwind
Frankfurt, 04. Nov (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
13.30 Uhr - Der Wahlerfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Aktien von Anbietern erneuerbarer Energien im vorbörslichen US-Handel beflügelt. Die Papiere der Solarunternehmen First SolarFSLR.O und SunrunRUN.O legten um 7,1 Prozent und 8,3 Prozent zu. Die Titel des Brennstoffzellen-Herstellers Plug PowerPLUG.O stiegen um 8,6 Prozent. Anleger setzten darauf, dass die Demokraten nach dem Gewinn der Mehrheit in beiden Kongresskammern die Förderung von Ökostrom-Projekten ausweiten werden. Bei FTC SolarFTCI.O trieben optimistische Umsatzprognosen und die Aussicht auf neue Projekte die Aktien zusätzlich an. Die Papiere gewannen mehr als acht Prozent.
13.00 Uhr - Nach einem Medienbericht über ein geplatztes Milliardengeschäft mit dem chinesischen Technologiekonzern Tencent0700.HK geben die OracleORCL.N-Aktien nach. Die Papiere des US-Softwarekonzerns fielen im vorbörslichen Handel um rund 2,5 Prozent. Oracle habe einen Mietvertrag für Rechenzentrumskapazitäten an Tencent auf Druck der Regierung von US-Präsident Donald Trump gekündigt, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Dem Bericht zufolge hatte Tencent einen Fünfjahresvertrag über schätzungsweise sieben Milliarden Dollar unterzeichnet. Das Geschäft hätte Tencent Zugang zu rund 100.000 leistungsstarken KI-Chips in Oracle-Rechenzentren in Südostasien verschafft. Diese sind aufgrund von Exportbeschränkungen in China nicht erhältlich. Der "Financial Times" zufolge wurde Tencent seinerseits von chinesischen Behörden gedrängt, auf heimische Chips zu setzen. Stellungnahmen von Oracle, Tencent oder dem Weißen Haus lagen zunächst nicht vor.
09.30 Uhr - Nach den US-Zwischenwahlen hat der Goldpreis nach dem Rücksetzer Ende Oktober erneut die Marke von 4000 Dollar übersprungen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um rund 2,5 Prozent auf 4031 Dollar. Auftrieb gaben dem Edelmetall ein schwächerer Dollar.DXY und ein deutlicher Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. Ein weiterer Grund sei der Wunsch der Anleger nach Absicherung angesichts möglicher Konflikte zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress. "4000 Dollar ist die klare Widerstandsmarke - und ein Ausbruch aus dieser Spanne könnte die nächste größere Bewegung des Goldpreises einleiten", sagte Matt Simpson, Chefanalyst beim Finanzdienstleister StoneX. Die Anleger warten nun auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, um weitere Hinweise auf den Kurs der US-Notenbank Fed zu erhalten. Händler sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 79 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember. Höhere Zinsen machen das zinslose Edelmetall für Anleger unattraktiver.
07.55 Uhr - Die Verunsicherung der Anleger über die künftige Politik Washingtons im Iran-Krieg nach den US-Zwischenwahlen stützt die Preise am Ölmarkt. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils knapp ein halbes Prozent auf 103,85 und 96,19 Dollar je Fass (159 Liter). Damit machten die Preise ihre Verluste vom Vortag teilweise wett, als sie auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen waren. Die Demokraten errangen bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses. Dies schürt an den Märkten die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran. "Die widersprüchlichen Signale von Präsident Trump - mal Militärschläge, mal Äußerungen zur Deeskalation - haben es für Händler schwierig gemacht, eine klare Richtung zu erkennen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin bei Phillip Nova. Einige Gewinnmitnahmen seien gerechtfertigt. "Die zugrunde liegenden Risiken einer Lieferunterbrechung an der Straße von Hormus sind jedoch nicht verschwunden."