Uniper-Betriebsrat macht Druck für Börsengang

Von Reuters News

- von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz

- Nach Ablauf der Frist für nicht-bindende Angebote für eine Übernahme des Gaskonzerns UniperUN0k.DE bringen sich die Arbeitnehmervertreter in Stellung. "Wir sehen die große Gefahr einer anschließenden Zerschlagung, vor der unsere Mitarbeitenden Angst haben", sagte Konzernbetriebsratschef Martin Geilhorn am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Nur ein Börsengang würde Uniper als Ganzes erhalten." Am Montag war die Frist zur Abgabe nicht-bindender Gebote abgelaufen. Der Bund hatte Uniper in der Energiekrise 2022 verstaatlicht und damit eine drohende Pleite des größten deutschen Gaskonzerns abgewendet. Die EU hatte zur Auflage gemacht, dass der Bund seine Beteiligung bis Ende 2028 auf höchstens 25 Prozent und eine Aktie abbauen muss.

Ein möglicher Verkauf an Strategen wie die EPH-Gruppe des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky wäre für die Arbeitnehmervertreter inakzeptabel, sagte Geilhorn. "M&A ist nicht das Maß aller Dinge." Uniper spiele eine große Rolle für die Versorgungssicherheit und die Energiewende. "Das aus der Hand zu geben, wäre ein Unding." Der Düsseldorfer Konzern müsse eigenständig bleiben.


GROSSES INTERESSE BEI INVESTOREN

Insidern zufolge haben eine Reihe von Interessenten ein nicht-bindendes Angebot eingereicht, darunter auch die EPH-Gruppe. Diese lehnte eine Stellungnahme ab. Der kanadische Pensionsfonds CPPIB und BrookfieldBN.TO hätten eine gemeinsame Offerte eingereicht. CPPIB und Brookfield lehnten eine Stellungnahme ab.

Als weitere Namen wurden unter anderem der norwegische Energiekonzern Equinor, der frühere Uniper-Eigentümer FortumFORTUM.HE aus Finnland oder der schwedische Versorger VattenfallVATN.UL genannt. Diese könnten nach den Kernkraftwerks-Beteiligungen Unipers in Skandinavien greifen. Dies komme nicht infrage, betonte Geilhorn. Die Beteiligungen in Skandinavien gehörten zum Konzern und spielten genauso wie alle anderen Unternehmensteile eine wichtige Rolle.

Der Bund fährt bislang zweigleisig: Er lotet sowohl einen Verkauf als auch einen Börsengang (IPO) aus. "Die Roadshows in den vergangenen Wochen haben gezeigt, dass es bei Investoren auch ein Interesse am Kauf von Uniper-Aktien gibt", erklärte Geilhorn. Von zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen erfuhr Reuters, erste Gespräche mit potenziellen IPO-Investoren seien guten verlaufen.

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