Studie: Großflächiger KI-Einsatz hakt trotz messbarer Vorteile

Von Reuters News

- Der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zahlt sich einer Untersuchung zufolge zwar für viele Unternehmen aus. Bei der breit angelegten Nutzung dieser Technologie stießen die Firmen jedoch häufig auf Probleme, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Beratungsfirma BearingPoint. Lediglich 13 Prozent lägen mit ihren KI-Initiativen im Plan, obwohl fast drei Viertel positive Bilanzeffekte verzeichneten. Mehr als ein Drittel befinde sich zudem noch in der Experimentier- und Pilotphase. "KI hat eine wichtige Schwelle überschritten", sagte BearingPoint-Experte Frederic Gigant. "Aber wirtschaftlichen Nutzen nachzuweisen und wirtschaftlichen Nutzen zu vergrößern, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge."

Als größte Hürden für den großflächigen Einsatz von KI nannten die rund 1000 Befragten aus den USA, China und Europa komplexe gesetzliche Vorgaben (40 Prozent) und die Einbindung in bestehende, oft jahrzehntealte IT-Systeme (34 Prozent). Die Leistungsfähigkeit der KI-Modelle spiele dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Für 54 Prozent der Manager sei der Zugang zu hochwertigen und verlässlichen Daten der Schlüssel zum Erfolg. Allerdings stünden sich manche Unternehmen bei ihren KI-Plänen auch selbst im Weg: Weniger als ein Drittel habe vor dem Start eines Projekts formell geprüft, ob es auch in großem Stil umgesetzt werden könne.

Insgesamt hätten elf Prozent der Unternehmen KI umfassend in ihre Geschäftsprozesse eingebettet, schrieben die Autoren der Studie weiter. In China und den USA lägen die Anteile mit 20 beziehungsweise 18 Prozent am höchsten. Deutschland rangiere mit einer Quote von acht Prozent in der unteren Hälfte. Allerdings hätten hierzulande 58 Prozent der Firmen bereits einige Projekte großflächig umgesetzt. Knapp ein Viertel aller Studienteilnehmer verzeichne dank KI Einsparungen von mindestens zehn Prozent. Bis 2030 werde dieser Anteil voraussichtlich auf 35 Prozent steigen. Ein Umsatzplus in vergleichbarer Größenordnung verbuchten derzeit nur vier Prozent der Unternehmen. In vier Jahren werde diese Quote bei 22 Prozent liegen.

Der verstärkte Einsatz von KI wirke sich auch auf die Personalplanung aus, hieß es weiter. Aktuell schätzten knapp zwei Drittel der Unternehmen die personellen Überkapazitäten auf mindestens zehn Prozent. Bis 2030 werde dieser Anteil auf 95 Prozent steigen. Dies dürfe aber nicht auf eine Diskussion über Jobabbau reduziert werden, warnte BearingPoint-Experte Gigant. "Die Herausforderung für das Management besteht darin, Stellen neu zu gestalten und Ressourcen umzuverteilen, damit sich Produktivitätssteigerungen in Wachstum und besseren Geschäftszahlen niederschlagen."

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