Sorge vor Zinsdeckel lastet auf Kreditkartenfirmen
Frankfurt, 04. Nov (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
16.50 Uhr - Die Sorge vor einer Deckelung der Kreditkartenzinsen nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat den Aktien von Finanzdienstleistern zugesetzt. Die Papiere von Synchrony FinancialSYF.N, Capital OneCOF.N und Bread FinancialBFH.N gaben zwischen 3,5 und 4,3 Prozent nach. Anleger befürchten, dass die Demokraten, die nun beide Kammern des Kongresses kontrollieren, gemeinsam mit dem republikanischen Präsidenten Donald Trump eine Zinsobergrenze durchsetzen könnten. In diesem Punkt seien sich Trump und einflussreiche Demokraten wie Senatorin Elizabeth Warren einig, schrieb der Analyst Jaret Seiberg von TD Cowen.
16.20 Uhr - Die Aktien des US-Krankenversicherers CVS HealthCVS.N sind um mehr als zwölf Prozent eingebrochen. Der unter dem Kostendruck in der Branche leidende Konzern will sich in zwei unabhängige, börsennotierte Unternehmen aufspalten. Dabei wird das Apotheken-Einzelhandelsgeschäft von der Versicherungssparte und dem Bereich für Apothekenleistungen getrennt. Aktien von Konkurrenten wie ElevanceELV.N und CenteneCNC.N stiegen hingegen nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen und legten um bis zu sechs Prozent zu. Investoren hoffen auf mehr staatliche Zuschüsse für den Gesundheitssektor.
15.25 Uhr - Eine angehobene Jahresprognose hat der Aktie der Sprachlern-Plattform DuolingoDUOL.O zu einem Kurssprung verholfen. Die Papiere stiegen im vorbörslichen US-Handel um fast 20 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Duolingo nun mit einem Umsatz von 1,22 Milliarden Dollar, was leicht über den Analystenschätzungen liegt. Auch im abgelaufenen dritten Quartal übertraf Duolingo mit einem Umsatz von 309 Millionen Dollar die Erwartungen. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer wuchs um 29 Prozent. Firmenchef Luis von Ahn zufolge zahlt sich die Strategie aus, die Inhalte zu verbessern und das Nutzerwachstum anzukurbeln. Die starken Zahlen veranlassten mehrere Analysten, ihre Kursziele anzuheben. Die Experten von Wells Fargo stuften die Aktie von "Underweight" auf "Equal Weight" hoch. Das Management habe bewiesen, dass Markenpartnerschaften und Produktverbesserungen anstelle von Marketing, das auf virale Effekte setzt, das Nutzerwachstum steigern könnten, hieß es zur Begründung.
15.10 Uhr - Der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Aktien der US-Gefängnisbetreiber am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Die Papiere von The GEO GroupGEO.N und CoreCivicCXW.N verloren vorbörslich rund sieben und fünf Prozent. Die beiden Aktien hatten seit dem Wahlsieg von Präsident Donald Trump vor zwei Jahren stark zugelegt. Sein hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderung hatte die Nachfrage nach Haftanstalten erhöht. Der Aktienkurs von CoreCivic hatte sich seit Trumps Wahlsieg im November 2024 mehr als verdoppelt, während der von GEO um fast 86 Prozent zugelegt hatte.
14.30 Uhr - Starke Zahlen haben die Aktien von PandoraPNDORA.CO auf Höhenflug geschickt. Die Titel hoben im vorbörslichen US-Geschäft um mehr als elf Prozent ab. Der dänische Schmuckhersteller hat im Quartal besser als erwartet abgeschnitten und seine Umsatz- und Margenziele für 2026 leicht angehoben. Die Analysten von JP Morgan betonten vor allem das kräftige Wachstum in Asien, das hauptsächlich durch steigende Verkäufe in Japan getragen wurde.
14.25 Uhr - Die nach den US-Zwischenwahlen aufgekommenen Konjunktursorgen haben den US-Dollar belastet. Der Dollar-Index.DXY fiel um 0,6 Prozent auf 101,26 Punkte und markierte den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Der Euro wertete um 0,7 Prozent auf 1,1272 Dollar auf. Börsianer rechneten nach dem überwältigenden Wahlsieg der Demokraten mit einer strengeren Regulierung im KI-Sektor. Dies dürfte die Investitionsbereitschaft der Firmen dämpfen, was wiederum die Wachstumsaussichten der US-Wirtschaft trüben könnte. "Eine stärkere regulatorische Kontrolle könnte die Herausforderungen für einen Sektor vergrößern, der bereits mit Sorgen über hohe Bewertungen und Monetarisierung zu kämpfen hat", sagte Daniela Hathorn, Analystin bei capital.com.
13.30 Uhr - Der Wahlerfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Aktien von Anbietern erneuerbarer Energien im vorbörslichen US-Handel beflügelt. Die Papiere der Solarunternehmen First SolarFSLR.O und SunrunRUN.O legten um 7,1 Prozent und 8,3 Prozent zu. Die Titel des Brennstoffzellen-Herstellers Plug PowerPLUG.O stiegen um 8,6 Prozent. Anleger setzten darauf, dass die Demokraten nach dem Gewinn der Mehrheit in beiden Kongresskammern die Förderung von Ökostrom-Projekten ausweiten werden. Bei FTC SolarFTCI.O trieben optimistische Umsatzprognosen und die Aussicht auf neue Projekte die Aktien zusätzlich an. Die Papiere gewannen mehr als acht Prozent.
13.00 Uhr - Nach einem Medienbericht über ein geplatztes Milliardengeschäft mit dem chinesischen Technologiekonzern Tencent0700.HK geben die OracleORCL.N-Aktien nach. Die Papiere des US-Softwarekonzerns fielen im vorbörslichen Handel um rund 2,5 Prozent. Oracle habe einen Mietvertrag für Rechenzentrumskapazitäten an Tencent auf Druck der Regierung von US-Präsident Donald Trump gekündigt, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Dem Bericht zufolge hatte Tencent einen Fünfjahresvertrag über schätzungsweise sieben Milliarden Dollar unterzeichnet. Das Geschäft hätte Tencent Zugang zu rund 100.000 leistungsstarken KI-Chips in Oracle-Rechenzentren in Südostasien verschafft. Diese sind aufgrund von Exportbeschränkungen in China nicht erhältlich. Der "Financial Times" zufolge wurde Tencent seinerseits von chinesischen Behörden gedrängt, auf heimische Chips zu setzen. Stellungnahmen von Oracle, Tencent oder dem Weißen Haus lagen zunächst nicht vor.
09.30 Uhr - Nach den US-Zwischenwahlen hat der Goldpreis nach dem Rücksetzer Ende Oktober erneut die Marke von 4000 Dollar übersprungen. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold verteuerte sich um rund 2,5 Prozent auf 4031 Dollar. Auftrieb gaben dem Edelmetall ein schwächerer Dollar.DXY und ein deutlicher Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone. Ein weiterer Grund sei der Wunsch der Anleger nach Absicherung angesichts möglicher Konflikte zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress. "4000 Dollar ist die klare Widerstandsmarke - und ein Ausbruch aus dieser Spanne könnte die nächste größere Bewegung des Goldpreises einleiten", sagte Matt Simpson, Chefanalyst beim Finanzdienstleister StoneX. Die Anleger warten nun auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht, um weitere Hinweise auf den Kurs der US-Notenbank Fed zu erhalten. Händler sehen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 79 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember. Höhere Zinsen machen das zinslose Edelmetall für Anleger unattraktiver.
07.55 Uhr - Die Verunsicherung der Anleger über die künftige Politik Washingtons im Iran-Krieg nach den US-Zwischenwahlen stützt die Preise am Ölmarkt. Die Nordsee-Rohölsorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils knapp ein halbes Prozent auf 103,85 und 96,19 Dollar je Fass (159 Liter). Damit machten die Preise ihre Verluste vom Vortag teilweise wett, als sie auf den tiefsten Stand seit fast vier Wochen gefallen waren. Die Demokraten errangen bei den Wahlen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses. Dies schürt an den Märkten die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Regierung unter Präsident Donald Trump im Krieg mit dem Iran. "Die widersprüchlichen Signale von Präsident Trump - mal Militärschläge, mal Äußerungen zur Deeskalation - haben es für Händler schwierig gemacht, eine klare Richtung zu erkennen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin bei Phillip Nova. Einige Gewinnmitnahmen seien gerechtfertigt. "Die zugrunde liegenden Risiken einer Lieferunterbrechung an der Straße von Hormus sind jedoch nicht verschwunden."