Privatbanken bieten 4,2 Prozent mehr Gehalt - Gewerkschaften fordern mehr
Düsseldorf, 02. Nov (Reuters) - Bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der privaten Banken in Deutschland haben die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt. Dieses sehe ab Mitte 2027 eine Erhöhung der Tarifgehälter um 4,2 Prozent bei einer Laufzeit von 36 Monaten vor, teilte der Arbeitgeberverband der privaten Banken (AGV Banken) am Montag mit. "Das ist in diesen herausfordernden Zeiten ein faires Angebot", sagte Thomas A. Lange, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber.
Die Gewerkschaft Verdi hatte vor den Gesprächen in Frankfurt mit Warnstreiks den Druck erhöht. Sie forderte die Arbeitgeber auf, ein erstes Angebot auf den Tisch zu legen. "Mit den Warnstreiks in den vergangenen Tagen haben die Beschäftigten deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, sich länger hinhalten zu lassen", hatte Verhandlungsleiter Jan Duscheck gesagt. Die Arbeitgeber hatten die Gewerkschaften indes vor überzogenen Forderungen gewarnt. Deren Ansprüche "dürfen den Realitätsbezug nicht verlieren und zu keiner Überforderung führen", hatte Banken-Verhandlungsführer Thomas Lange gesagt. Ein Tarifpaket solle nicht mit einer Vielzahl komplexer Themen überfrachtet werden.
Die Gewerkschaft Verdi will sechs Prozent mehr Gehalt bei zwölf Monaten Laufzeit eines Tarifvertrags durchsetzen. "Die Banken machen gute Gewinne", hatte Duscheck mit Blick auf die Branche um Deutsche BankDBKGn.DE und CommerzbankCBKG.DE betont. Ein Ergebnis solle auch auf übertariflich bezahlte Beschäftigte übertragen werden. Zudem sollen Banker einen Teil ihres Gehaltes in bis zu 20 zusätzliche freie Tage pro Jahr umwandeln können. Aber auch der Trend zum verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Geldhäusern soll eine Rolle spielen: Verdi will auch verstärkte Regeln zum Beschäftigungsschutz durchsetzen. Die konkurrierende Gewerkschaft DBV pocht auf eine Gehaltssteigerung von 9,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten.
Die Arbeitgeber forderten dagegen, die Gewerkschaften sollten sich auf Gehaltsfragen konzentrieren. Mit Unverständnis reagierten sie zudem auf die Forderung nach dem einseitigen Anspruch auf Gehaltsumwandlung in bis zu 20 freie Tage pro Jahr.
Weitere Gespräche sind für den 23. November anberaumt. Beide Seiten hatten sich zuletzt 2024 auf 10,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten verständigt.