PLATOW Emerging Markets - Unsere Strategie zu Georgia Capital
Armenien erlebt jetzt einen wirtschaftlichen Aufbruch. Mit Georgia Capital verschaffen wir uns im Musterdepot ergänzend zu Lion Finance einen zweiten Zugang zu diesem Trend.>
Nach Jahrzehnten des Konflikts hat Armenien einen Frieden mit dem Nachbarn Aserbaidschan ausgehandelt. Parallel wächst das westliche Interesse an dem Land spürbar. Sichtbares Zeichen: Ein US-Start-up baut ein 300-MW-Rechenzentrum mit 70.000 Nvidia-Chips zum neuen KI-Knotenpunkt aus. Ob daraus ein dauerhafter Boom für die kleine Kaukasus-Republik entsteht, ist zwar offen, spannend ist die Entwicklung allemal.
Georgia Capital (46,90 britische Pfund; GB00BF4HYV08) will von dieser Dynamik profitieren und investiert bereits selbst vor Ort: Über die Bank Ameriabank, die knapp 29% der Bilanzsumme der Bankengruppe Lion Finance stellt, sowie über 20 eigene Apotheken ist die Holding schon engagiert. Nach eigenen Angaben soll nun weiteres Kapital in Gesundheitsdienstleistungen, Versicherungen und Bildung fließen.
Die Aktie ist bereits seit März 2025 abseits des Musterdepots ein Mitfavorit von uns. Der Kurs hat sich seitdem mehr als verdreifacht. Für uns ist aber noch mehr drin und weil es kaum zugängliche Optionen gibt, um auf den Aufschwung in Armenien zu setzen, nehmen wir diesen Titel nun ins Musterdepot auf.
Allerdings tun wir das nur mit halber üblicher Positionsgröße. Der Grund dafür ist die Überschneidung mit Lion Finance, da die georgische Bank die wichtigste Beteiligung von Georgia Capital ist und bereits selbst im Depot vertreten ist. Mit Georgia Capital verstärken wir diese Wette zwar, doch primär zielen wir darauf ab, dass wir über die eigenen Apotheken und die geplanten Zukäufe einen zweiten Zugang zur Armenien-Story erhalten.
Solide Zahlen sprechen ebenfalls für den Titel Operativ ist die Beteiligungsgesellschaft folgendermaßen aufgestellt: Neben Lion Finance, rund 47% des Portfolios, gehören der größte Apotheken- und Klinikbetreiber sowie der größte Versicherer Georgiens dazu, alle drei mit zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn.
Die Holding-Bilanz ist blitzsauber, seit August steht sie schuldenfrei da. Das Kapitalprogramm bis Ende 2029 umfasst 340 Mio. Euro, das Investitionen in Georgien und Armenien mit Aktienrückkäufen und potenziellen Barausschüttungen kombiniert. Trotz starker Performance ergibt sich weiterhin ein Bewertungspuffer, der sich auch aus dem nicht börsennotierten Portfolio speist, da Edison Research hierfür per Ende Juni auf 39% taxierte.
Risiken bleiben die hohe Konzentration auf wenige Beteiligungen und die politische Lage in Georgien, wo die Regierung den EU-Beitrittsprozess ausgesetzt hat. Der Markt schert sich daran bislang wenig und Standard & Poor’s hat dennoch den Ausblick für die langfristige Bonität (BB) von stabil auf positiv angehoben.
Der Aktienkurs ist auf Rekordjagd und zeigt damit, dass Anleger klar auf die Chancen setzen. Wir ordern an der LSE billigst 195 Aktien. Der Stopp steigt leicht auf 32 Pfund.