PLATOW Emerging Markets - TDK kann sich vor Nachfrage kaum retten
Bei TDK hat sich unser Einstieg im Februar ausgezahlt. Vor allem die hohe Nachfrage nach elektronischen Bauteilen für KI-Rechenzentren sorgt beim japanischen Elektronikkonzern für kräftiges Wachstum.>
Insbesondere in der Technologiebranche sind TDK-Komponenten als Bestandteil von KI-Datencentern stark gefragt. Bereits im im März beendeten Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Dabei ging es in allen vier Segmenten aufwärts: bei passiven Bauteilen wie Kondensatoren für die Automobilindustrie, bei Sensoren für Smartphones, Automobile und Industrie, bei magnetischen Produkten für Festplattenspeicher etwa in Datencentern sowie bei Energielösungen und Batterien für Telefone und PCs.
Wachstumstrend beschleunigt sich weiter Im ersten Quartal hat sich der positive Trend nochmals verstärkt. Für die Monate April bis Juni meldete TDK am 31.7. ein Umsatzplus von 38,3% auf 741,0 Mrd. Yen (rund 3,7 Mrd. Euro). Der Betriebsgewinn stieg sogar um 53,0% auf 86,3 Mrd. Yen. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 10,5 auf 11,6%.
Rückenwind kam allerdings auch von der Währungsseite. Die Yen-Schwäche von mehr als 10% gegenüber Euro und US-Dollar stützte die Exporte. Das könnte ein Grund sein, weshalb CFO Tetsuji Yamanishi bislang darauf verzichtete, die Jahresziele anzuheben. Den Ausblick von 3,0% Umsatz- und 8,3% Ergebniswachstum halten wir dennoch für vorsichtig. Der Marktkonsens rechnet bereits mit Zuwächsen von 20 beziehungsweise 34%.
Stetiges Gewinnwachstum spricht für die Aktie Das Risiko einer Enttäuschung bei den nächsten Quartalszahlen am 30.10. halten wir für moderat. TDK verfolgt einen langfristigen Wachstumsplan mit mindestens 10% Wachstum und einer angestrebten Gewinnspanne von 15%.
Nach dem kräftigen Anstieg der Aktie (16,84 Euro; JP3538800008) folgte seit Juni ein deutlicher Rücksetzer. Für Neuleser ergibt sich damit wieder eine attraktivere Einstiegschance.
Besonders überzeugen uns die langfristigen Aussichten. Bis zum Geschäftsjahr 2030/31 soll der Gewinn um 18% pro Jahr steigen. Das im Vergleich zur langfristigen Historie (10J.: 18) höhere 2026/27er-KGV von 22 erscheint uns angesichts der steigenden Profitabilität und besseren Kapitalrendite gerechtfertigt. Die operative Marge soll im Durchschnitt der kommenden fünf Jahre 14% erreichen, nach lediglich 9% im Zehnjahresmittel. Der Return on Invested Capital (ROIC) soll von 8 auf 19% steigen.
Wir bekräftigen unsere Kaufempfehlung für TDK und heben den Stopp auf unseren Einstand bei 12,41 (8,95) Euro an.