PLATOW Börse - Unsere Strategie zu PVA Tepla und CTS Eventim

Von Platow Brief

Die aktuell noch zur Verfügung stehende Liquidität in unserem Musterdepot wollen wir heute für den Kauf einer Aktie nutzen, bei der wir in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Schub rechnen. Zudem ziehen wir den Stoppkurs bei einem Depotwert nach, der sich mal wieder einen neuen CFO suchen muss.>

Der Chipzulieferer PVA Tepla baut Anlagen zur Herstellung und Qualitätskontrolle moderner Halbleitermaterialien. Dazu zählen Kristallzuchtanlagen sowie Messsysteme, die Fehler in Wafern und Chips erkennen. Komplexere KI-Chips erhöhen den Bedarf an Qualitätsprüfungen, zugleich treibt der Ausbau von KI-Rechenzentren die Nachfrage nach schnellen optischen Datenverbindungen. Eine dadurch steigende Auslastung und ein höherer Metrology-Anteil (Mess- und Inspektionssysteme für die Halbleiterfertigung) sollen dabei Umsatz und Margen erhöhen. Im ersten Halbjahr 2026 war davon nur bedingt etwas zu sehen. Die aufgrund der schwachen Auftragslage aus 2024 und Anfang 2025 noch recht geringe Auslastung, höhere Kosten und Sondereffekte ließen das EBITDA um gut 70% auf 4,4 Mio. Euro einbrechen. Der Vorstand konkretisierte daraufhin die EBITDA-Jahresprognose auf die untere Hälfte der Zielspanne von 26 Mio. bis 31 Mio. Euro. Viel wird in diesem Jahr vom Schlussquartal abhängen. Die Konsensschätzungen liegen mittlerweile bereits am unteren Rand des Zielkorridors, einzelne Institute sehen Das EBITDA sogar leicht darunter. Die EPS-Schätzungen für das laufende Jahr wurden seit den jüngsten Zahlen um 20% nach unten genommen.

Gleichzeitig haben sich die Perspektiven für PVA Tepla zuletzt weiter verbessert. Im Metrology-Geschäft sind die bestehenden Kapazitäten bis ins erste Halbjahr 2027 ausgelastet, neue Linien füllen sich ebenfalls. Zugleich treibt der Ausbau von KI-Rechenzentren die Nachfrage nach schnellen optischen Verbindungen und damit nach Indiumphosphid. Davon kann PVA mit seinen Kristallzuchtanlagen profitieren. Schon im ersten Halbjahr war der Auftragseingang um 80% gestiegen. In den kommenden Jahren dürften die Umsätze bei deutlich höheren Gewinnmargen spürbar anziehen. Vor diesem Hintergrund bietet das aktuelle Umfeld gute Chancen, bei PVA Tepla einzusteigen. Der Kurs des SDAX-Titels hat von seinem Anfang Juli markierten Hoch in der Spitze mehr als 40% verloren. Nachdem Mitte September noch mal ein neues Korrekturtief markiert wurde, scheint die Bodenbildung durch den Anstieg über das Zwischenhoch bei 32,24 Euro nun vollendet.

Wir hatten die Aktie zuletzt Anfang August nach den Halbjahreszahlen zum Kauf empfohlen. Nun wollen wir PVA Tepla auch in unser Musterdepot aufnehmen. Weil ein Abtauchen unter das jüngste Tief aus charttechnischer Sicht kontraproduktiv wäre, setzen wir den Stoppkurs auf 26,00 Euro. Diese Absicherung gilt auch für bereits bestehende Investments. Das rechnerische Verlustrisiko liegt bei überschaubaren 0,94% unseres aktuellen Depotwertes.

Kauf:

Unternehmen: PVA Tepla ISIN: DE0007461006 Börsenplatz: Xetra Kauflimit: 33,50 Euro Stück: 570 Depotanteil: 4,2% Gültig bis: 31.10.26 Stoppkurs: 26,00 Euro

 

Die Aktie des Ticketvermarkters und Konzertveranstalters CTS Eventim geriet zur Wochenmitte (30.9.) massiv unter Druck, nachdem das Unternehmen ohne nähere Begründung den sofortigen Abschied von Finanzchef William Willms verkündet hatte. Der CFO war gerade mal neun Monate im Amt. Bei seiner Berufung hatte CTS ausdrücklich seine Erfahrung mit M&A, Transformation sowie Finanz- und Kontrollprozessen hervorgehoben. Die überraschende Trennung wirft Fragen auf. Damit endet innerhalb von knapp vier Jahren bereits die Amtszeit des dritten CFO. Kontinuität sieht anders aus

Im Tief fiel die Aktie gestern bis auf 48,26 Euro, was ein Minus von fast 15% bedeutete. Bis zum Xetra-Schluss reduzierte sich der Tagesverlust auf 7,0%. Ein Grund für die Erholung dürfte gewesen sein, dass Firmenchef Klaus-Peter Schulenberg über die KPS Stiftung für rund zehn Millionen Euro CTS-Aktien zu einem Kurs von 51,93 Euro gekauft hat. Damit ist die Marke von rund 49 Euro in diesem Jahr nun schon zum dritten Mal erfolgreich getestet worden. Mit jedem Test werden solche charttechnischen Unterstützungen brüchiger. In dieser Gemengelage reduzieren wir bewusst das Risiko, indem wir den Stoppkurs von 38,00 Euro deutlich auf 46,50 Euro anheben. Unser rechnerisches Verlustrisiko reduzieren wir dadurch auf nur noch gut 0,4% unseres Depotwertes.

Änderung Stoppkurs:

Unternehmen: CTS Eventim ISIN: DE0005470306 Börsenplatz: Xetra neuer Stoppkurs: 46,50 Euro (alt: 38,00 Euro)

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