PLATOW Börse - Porsche zeigt erste Fortschritte, bei der Konkurrenz wächst der Druck

Von Platow Brief

Deutschlands Autobauer verschärfen ihre Sparprogramme. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, warum: Während Europas Pkw-Markt wächst, drücken der Einbruch in China, US-Zölle und Preiskampf auf die Margen.>

Die Sanierung der Kostenstrukturen entwickelt sich zur zentralen Aufgabe der deutschen Autobauer. Volkswagen will Milliarden einsparen, Mercedes-Benz baut weiter Personal ab, BMW strafft seine Führungsorganisation und Porsche reduziert Belegschaft und Modellvielfalt. Die Programme sollen die Profitabilität auch bei dauerhaft niedrigeren Absatzzahlen sichern. Der Handlungsdruck ist groß.

Bei Volkswagen blieb nach neun Monaten bei 233,4 Mrd. Euro Umsatz operativ nur ein Ergebnis von rund 0,1 Mrd. Euro. Hauptgrund waren Abschreibungen auf Porsche und das China-Geschäft. Doch selbst bereinigt um Sondereffekte erreichte die Marge lediglich 3,8%. Wie ernst die Lage ist, zeigt Audi: Im dritten Quartal brach das EBIT von 468 Mio. auf 29 Mio. Euro ein, die Marge sank auf 0,2%. In den ersten neun Monaten verdiente die Marke mit 477 Mio. operativ sogar weniger als die wesentlich kleinere Konzernschwester Lamborghini (564 Mio. Euro).

Bei Mercedes steht die früher vergleichsweise robuste Pkw-Sparte ebenfalls unter Druck. Ihre bereinigte Marge fiel im dritten Quartal von 4,8 auf 2,5%. Die Jahresprognose wurde von 3 bis 5 auf 2 bis 3% gesenkt. Das ist ernüchternd, weil Mercedes seine Fixkosten bereits deutlich reduziert hat. Nun werden weitere Personalanpassungen vorbereitet. Finanzdienstleistungen und Transporter federn den Rückgang ab, doch der industrielle Free Cashflow sank nach neun Monaten um 44% auf 3,1 Mrd. Euro.

BMW legt seine Quartalszahlen am 4.11. vor. Die Mitte Oktober veröffentlichten Absatzzahlen zeigen jedoch, dass der Druck anhält: Im dritten Quartal gingen die Auslieferungen um 6,3% zurück, in China sogar um knapp 25%. Ende September hatte der Konzern einen konkreteren Erholungspfad vorgestellt. Bis 2028 soll die operative Automobilmarge auf 3 bis 5% steigen, gegenüber erwarteten 1 bis 3% in diesem Jahr. Dazu wollen die Bayern ihre Führungsstrukturen verschlanken und verstärkt auf die Neue Klasse setzen.

Eine Ausnahme bildet Porsche. Trotz eines Rückgangs der Auslieferungen um 16% verbesserte der Sportwagenbauer seine operative Marge nach neun Monaten von 0,2 auf 6,9%. Allerdings profitiert der Vergleich von deutlich geringeren Restrukturierungskosten. Auch der auf 2,5 Mrd. Euro gestiegene Automotive-Cashflow ist durch den Verkauf der Rimac-Beteiligungen begünstigt. Die Jahresprognose bleibt unverändert. Die Anfang Oktober konkretisierten Personal- und Modellkürzungen sollen die Gewinnschwelle deutlich senken. Ihre volle Wirkung steht noch aus.

Mit unserer Präferenz für Porsche sind wir in den vergangenen Monaten gut gefahren, die Aktie (46,69 Euro; DE000PAG9113) hat sich dem negativen Sektortrend entziehen können. Bei BMW (58,20 Euro; DE0005190003), Mercedes-Benz (40,93 Euro; DE0007100000) und Volkswagen (70,62 Euro; DE0007664039) warten wir weiter auf belastbare Belege für eine nachhaltige Margenerholung.

Porsche bleibt kaufenswert. Unser Stopp liegt bei 35,60 Euro.

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