PLATOW Börse - Der September trifft den Markt härter als unser Depot
Der abgelaufene Monat hat seinen schwachen Ruf bestätigt. DAX, MDAX und SDAX verloren. Unser Börsen-Depot gab ebenfalls nach, hielt sich aber besser als alle drei Indizes.>
Nachdem die hiesigen Aktienmärkte den ersten Teil der historisch schwächsten Zweimonatsperiode eines Jahres im August noch hervorragend gemeistert hatten, schlug das Pendel im September doch noch in die andere Richtung aus. Der DAX rutschte um 4,1% ab und machte damit das technische Kaufsignal zunichte, das der Sprung auf ein neues Allzeithoch Ende August ausgelöst hatte. Unter dem Strich verlor der Index in den vergangenen zwei Monaten trotz des starken Auftakts 1,7% an Wert. Das war das vierte Minus dieser Periode in den vergangenen fünf Jahren. Seit der Einführung des DAX 1988 gelang im August und September nur in 47% der Fälle eine positive Performance. Im Durchschnitt fielen Verluste von 3,8% an. Kein anderes Monatsdoppel weist eine so schlechte Bilanz aus. Isoliert betrachtet ist der September mit einer Erfolgsquote von 38% und durchschnittlich minus 2,1% der historisch schwächste DAX-Monat.
PLATOW Börse Musterdepot baut seinen Vorsprung weiter aus Für die deutschen Mid-Cap-Aktien lief es im vergangenen Monat sogar noch schlechter. Der MDAX brach um 5,9% ein. Nach dem schwachen Start in den Oktober notiert der Index sogar unter seinem Stand von Ende 2025. Deutlich besser sieht es für den SDAX aus. Das Small-Cap-Barometer verlor im September zwar auch 2,7% an Wert, es liegt seit Jahresbeginn aktuell aber noch mit 7,1% im Plus. Beim DAX sind es übrigens 2,5%. Unser Musterdepot konnte im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von rund 10,9% erzielen. Im abgelaufenen Monat mussten wir einen Kursrückgang von 2,6% verkraften. Damit haben unsere Depotwerte erneut besser abgeschnitten als alle drei Benchmark-Indizes. Nach dem ebenfalls relativ guten Oktoberstart beträgt der Vorsprung gegenüber dem Durchschnitt dieser drei Indizes seit Jahresbeginn aktuell 8,7 Prozentpunkte.
Nach der Depotaufnahme von PVA Tepla am Donnerstag (1.10.) haben wir aktuell jeweils sechs Werte aus DAX und MDAX sowie acht SDAX-Titel im Portfolio. Ceotronics ist in keinem Auswahlindex vertreten. Auch wenn wir bei unserem Stockpicking-Ansatz nicht bewusst darauf achten, haben wir hier also eine bunte Mischung aus Vertretern der drei Indizes. Auch bei der Branchenzugehörigkeit gibt es keine große Clusterbildung. Das Industriesegment ist mit sieben Werten allerdings überproportional vertreten, darunter fünf Investitionsgüterwerte (Krones, Jost Werke, Indus Holding, Siemens Energy und GEA).
Genau aus diesem Sektor stammt auch der stärkste der insgesamt nur sechs September-Gewinner unseres Depots. Indus Holding konnte sogar zweistellig (+10,6%) zulegen. Die Aktie kletterte Ende des Monats auf den höchsten Stand seit Mai 2019, ohne dass sich an den Konsensschätzungen in den vergangenen Wochen etwas geändert hat. Die Bewertung ist dementsprechend gestiegen, liegt aber immer noch 18% (KGV) bzw. 12% (EV/EBIT) unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Überhaupt sind unsere Depotwerte im historischen Vergleich und gegenüber dem DAX (KGV von 14,7) unverändert günstig bewertet. Im Median beträgt der Abschlag zum 10-Jahres-Durchschnitt aktuell 14% (KGV) bzw. 12% (EV/EBIT). Auch absolut betrachtet sind die Multiples attraktiv. Das 12-Month-Forward-KGV liegt im Median bei 13,0 (Vormonat: 13,1), das EV/EBIT bei 10,0 (10,1) und das KBV bei 1,9 (2,1). Die größten Bewertungsrückgänge gab es im Monatsvergleich bei Ceotronics, CTS Eventim, Krones und Scout24. Diese vier Aktien waren zugleich die schwächsten Depotwerte im September.
Was die Saisonalität jetzt erwarten lässt Historisch betrachtet beginnt jetzt die stärkste Phase des DAX-Jahres. Oktober, November und Dezember zählen gemessen an ihrer Durchschnittsperformance allesamt zu den vier stärksten DAX-Monaten. Von Ende September bis zum Jahresabschluss sind die Kurse des größten deutschen Aktienindex im Schnitt um 6,9% gestiegen. In bislang 38 Jahren gab es nur viermal keine positive Entwicklung. Die Erfolgsquote des Oktobers liegt bei immerhin 68% (drittbester Wert). Im Schnitt ist der DAX hier um gut 1,9% gestiegen. Die breite Spanne von plus 13,9% bis minus 14,5% zeigt allerdings, wie wenig die Saisonalität über den einzelnen Monat verrät. Der diesjährige Start in den Oktober fiel zumindest auf Indexebene schwach aus.