OMV profitiert von hohen Ölpreisen und Raffineriemargen

Von Reuters News

- Der österreichische Energiekonzern OMVOMVV.VI hat im dritten Quartal dank hoher Öl- und Gaspreise sowie außergewöhnlich starker Raffineriemargen einen Gewinnsprung erzielt. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (CCS) stieg um 68 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit lag der Konzern knapp unter den Analystenerwartungen. Der den Aktionären zuzurechnende CCS-Überschuss verdoppelte sich jedoch nahezu auf 1,15 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen. "Angesichts der anhaltenden geopolitischen Herausforderungen richteten wir unseren Fokus weiterhin auf einen sicheren und zuverlässigen operativen Betrieb sowie eine disziplinierte Umsetzung unserer Projekte", sagte Vorstandschefin Emma Delaney. Die frühere BPBP.L-Managerin hatte Anfang September die Führung bei Österreichs größtem Industriekonzern übernommen. An der Wiener Börse legte die OMV-Aktie um 1,4 Prozent auf 73,75 Euro zu.

Für das Gesamtjahr zeigte sich OMV optimistischer und hob die Prognosen an. Der Konzern erwartet nun einen durchschnittlichen Preis für Brent-Rohöl von über 95 Dollar je Fass. Zuvor war er von 85 bis 95 Dollar ausgegangen. Die Prognose für die Raffinerie-Referenzmarge wurde auf rund 25 Dollar je Fass erhöht, nach zuvor rund 20 Dollar. Die geplanten organischen Investitionen wurden zudem leicht auf rund 3,5 Milliarden Euro angehoben.

RAFFINERIEMARGEN BOOMEN

Getragen wurde das Ergebnis vor allem vom Raffineriegeschäft (Fuels). Dessen operatives Ergebnis verdreifachte sich nahezu auf 1,12 Milliarden Euro. Die Raffineriemarge schnellte auf 37,50 Dollar je Fass nach oben, nach 11,54 Dollar im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte der Konzern eine angespannte Versorgungslage infolge des Konflikts im Nahen Osten, Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs und Angriffe auf russische Raffinerieinfrastruktur. Auch Konkurrenten wie ShellSHEL.L, TotalEnergiesTTEF.PA und EniENI.MI profitierten zuletzt von den außergewöhnlich hohen Margen.

Das Geschäft mit der Öl- und Gasförderung (Energy) profitierte ebenfalls von den höheren Rohstoffpreisen. Das operative Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 936 Millionen Euro. Die Verkaufsmengen gingen allerdings wegen logistischer Engpässe im Nahen Osten um 26 Prozent auf 225.000 Barrel Öläquivalent pro Tag zurück.

CHEMIESPARTE SCHWÄCHER

Deutlich schwächer entwickelte sich das Chemiegeschäft, dessen operatives Ergebnis auf 63 Millionen Euro nach 222 Millionen Euro einbrach. Der Ergebnisbeitrag des Gemeinschaftsunternehmens Borouge International belief sich auf 16 Millionen Euro, nach 349 Millionen Euro im Vorquartal. Als Gründe nannte die OMV Preiskorrekturen auf den globalen Märkten und eine schwächere Nachfrage. Unabhängig davon erhielt der Konzern aus dem Joint Venture eine Dividende von 462 Millionen Euro, die den Cashflow aus der Betriebstätigkeit auf 2,2 Milliarden Euro stärkte.

Analysten der Erste Group bezeichneten die Zahlen als gemischt. Die hohen Raffineriemargen und Rohstoffpreise hätten die Schwäche im Chemiegeschäft zwar mehr als ausgeglichen. Das Ergebnis der Sparte sei jedoch eine klare Enttäuschung. Zudem deute der Ausblick auf eine Normalisierung der Raffineriemargen und ein schwieriges viertes Quartal im Chemiegeschäft hin.

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