Musk zählt zu den größten Verlierern der US-Kongresswahlen
- von Aditya Soni
Bangalore, 04. Nov (Reuters) - Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen steht Elon Musk als einer der großen Verlierer da. Der reichste Mensch der Welt hatte fast eine halbe Milliarde Dollar gespendet, um die Republikaner zu unterstützen und den Bundesstaat Texas für sie zu sichern. Doch die Demokraten eroberten beide Kammern des Kongresses, und in Texas besiegte Gina Hinojosa den republikanischen Gouverneur Greg Abbott. An der Börse wurden die Nachrichten negativ aufgenommen: Die Aktien von Musks Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceXSPCX.O fielen am Mittwoch zunächst um 5,5 Prozent, die Papiere des Elektroautobauers TeslaTSLA.O gaben um 5,1 Prozent nach.
Musk sieht sich nun einer erstarkten Demokratischen Partei gegenüber, die er seit Jahren immer wieder scharf angegriffen hat. Experten erwarten, dass der neue Kongress die Geschäfte des Unternehmers genauer unter die Lupe nehmen wird. Dabei dürfte es unter anderem um staatliche Aufträge und Subventionen, Einschränkungen bei der Satellitenkommunikation für das ukrainische Militär sowie den massiven Stellenabbau bei Bundesbehörden unter seiner Führung gehen. Der künftige Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus, Robert Garcia, riet den Republikanern und ihren Verbündeten am Dienstagabend, sich schon einmal Anwälte zu nehmen. Zudem drohen strengere Auflagen für die von SpaceX geplanten Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI).
Auch in Texas, der Heimat von Tesla und SpaceX, muss sich Musk auf Gegenwind einstellen, denn Hinojosa gilt als Kritikerin des Milliardärs. Sie hatte Abbott vorgeworfen, den Bundesstaat durch Vereinbarungen zugunsten von Musk verschachert zu haben. Hinojosa fordert einen sofortigen Baustopp für neue Rechenzentren, bis der Schutz der Anwohner verbessert ist, sowie ein Ende der Steuervergünstigungen. Zudem lehnt sie einen möglichen Verkauf eines staatlichen Küstenparks an SpaceX zur Erweiterung des Weltraumbahnhofs Boca Chica ab. "Um es klar zu sagen: Texas steht nicht zum Verkauf", hatte sie im vergangenen Monat erklärt.
Verzögerungen beim Ausbau der KI-Infrastruktur könnten Musks ehrgeizige Umsatzziele gefährden. SpaceX will seine Kapazitäten in diesem Bereich bis zum Jahresende auf bis zu drei Gigawatt fast verdoppeln und im kommenden Jahr auf 13 Gigawatt ausbauen. Musk selbst nahm die drohenden Hürden zunächst mit Humor. "Rechenzentren im Weltraum wirken im Moment ziemlich attraktiv", schrieb er auf der von ihm kontrollierten Online-Plattform X. Seinen Aufruf vom Wahltag, für die Republikaner zu stimmen, löschte er unterdessen.