Metall-Chefin kritisiert Auftritt von Audi-Chef bei Trump-Wahlkampf
Berlin, 26. Okt (Reuters) - Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump stößt bei IG-Metall-Chefin Christiane Benner auf scharfe Kritik. "Die Art und Weise, wie Gernot Döllner sich und Audi in den USA präsentiert hat, ist höchst peinlich, politisch inakzeptabel und dem Unternehmen, vor allem aber den Audianerinnen und Audianern, nicht würdig", erklärte Benner am Montag. Dieses Verhalten stoße ihr nicht nur persönlich sauer auf, sondern sie verurteile es auch klar. Döllner verletze zudem eklatant die eigenen Unternehmensregeln, die ausdrücklich politische Neutralität im Vorfeld von Wahlen verordnen.
Die VolkswagenVOWG.DE-Tochter Audi betont in ihrem im April veröffentlichten Code of Conduct, der auch von Döllner unterschrieben wurde, die politische Neutralität: "Um diesen Grundsatz zu respektieren, werden in den letzten drei Monaten vor Wahlen keine öffentlich wirksamen Termine mit zur Wahl stehenden Parteien/Politikern und keine Sponsorings von entsprechenden Veranstaltungen mehr durchgeführt."
Trump hatte am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Georgia den Bau eines Audi-Werks angekündigt. Döllner stand bei der Veranstaltung mit auf der Bühne. In dem Werk sollen jährlich rund 200.000 Fahrzeuge gebaut werden, vor allem große SUVs. Allerdings stehe die Genehmigung der Konzerngremien, insbesondere des Volkswagen-Aufsichtsrats, noch aus. Benner sagte, die Arbeitnehmervertretung fordere Sicherheit für die deutschen Standorte und gleichzeitig eine klare Nordamerika-Strategie von Volkswagen und Audi. Sie sei sich der Bedeutung des amerikanischen Marktes für die Zukunft von Volkswagen bewusst. Im Fokus stünden für die IG Metall die Beschäftigungsperspektiven für die Mitarbeiter in Deutschland. "Das finale Votum wird mit ganzheitlichem Blick richtiger- und wichtigerweise im Aufsichtsrat der Volkswagen AG getroffen."