Kriegsängste halten Ölpreis hoch - G7-Freigabe bremst nur

Von Reuters News

- Die Anleger am Ölmarkt zeigen sich zum Wochenstart erneut verunsichert. Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI schwankten am Montagvormittag zwischen minus zwei und plus einem Prozent. Zuletzt legte Brent leicht auf 102,52 Dollar je Fass (159 Liter) zu, während WTI um knapp ein halbes Prozent auf 90,83 Dollar nachgab. Nach unten drückten die Preise steigende Nahost-Exporte und die vergangene Woche beschlossene Freigabe von Ölreserven durch die G7-Staaten. Sorgen über anhaltende Lieferausfälle im Zuge des Iran-Konflikts begrenzten jedoch die Verluste.

Die geopolitischen Risiken haben am Wochenende zugenommen. Die Huthi-Miliz im Jemen erklärte, sie habe Raketen auf Anlagen des saudiarabischen Ölkonzerns Aramco2222.SE abgefeuert. Eine Bestätigung aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Die jemenitischen Regierungstruppen griffen ihrerseits am Montag Stellungen der Huthis nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab an. In Europa kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an, die Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verstärken.

Aramco-Chef Amin Nasser warnte vor anhaltenden Engpässen. Es könnte bis zu zwei Jahre dauern, die weltweiten Lagerbestände wieder aufzufüllen, sagte Nasser am Montag auf einer Konferenz in London. "Das System ist bereits am Anschlag." Besonders angespannt zeigt sich der Markt für raffinierte Produkte. Der Preis für Gasöl stieg am Montag um mehr als vier Prozent. "Der Sprung bei den Heizöl- und Gasölpreisen ist bemerkenswert", sagte PVM-Analyst Tamas Varga. Dies sei möglicherweise auf die Aussetzung chinesischer Exporte von Ölprodukten zurückzuführen, was die Versorgungslage in Fernost weiter verknappe.

Thomas Altmann von QC Partners wies darauf hin, dass die Preise für Öl zur späteren Lieferung fast täglich neue Rekorde erreichten. Auch die Freigabe von Reserven dürfte den Ölmarkt nur kurzfristig entlasten. "Die Ölpreise notieren nicht aufgrund eines Mangels an Rohöl bei über 100 Dollar", sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Es sind Rekordkosten für Versicherungen, Unterbrechungen im internationalen Seeverkehr und Engpässe bei den Raffinerien, die Preisdruck erzeugen."

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