Kampf um Anteile am Automarkt - Modelloffensive bei Pariser Show
Paris, 12. Okt (Reuters) - Europäische und chinesische Autobauer liefern sich mit einer Modelloffensive bei der Pariser Automesse ein Rennen um die Aufmerksamkeit der Kunden auf dem heftig umkämpften europäischen Markt. Die Einigung zwischen der EU und China auf Restriktionen bei Hybridautos wurde dabei von den europäischen Herstellern positiv aufgenommen. Die Importflut von Hybridautos aus China sei "nicht nachhaltig" für Europa, sagte RenaultRENA.PA-Chef Francois Provost. Die nun erzielte Regelung sei "besser als ein Handelskrieg". Auch Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte die Einigung am Sonntag begrüßt. Er sagte, wer in Europa Autos verkaufen wolle, müsse dies zu vergleichbaren Konditionen wie die heimischen Hersteller tun und Arbeitsplätze und Wertschöpfung schaffen.
Nach Angaben der EU-Kommission sollen die Einfuhren von Hybridfahrzeugen aus China auf 350.000 jährlich begrenzt werden. Die Vereinbarung trete ab Anfang Dezember in Kraft, sagte ein Kommissionsvertreter. Das Abkommen dürfte BYD und die MG-Mutter SAIC600104.SS am stärksten treffen, weil sie in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres für rund 90 Prozent der importierten Hybridautos stünden, schrieben die Experten von Jefferies. Auf Elektroautos aus China sind bereits seit 2024 Zusatzzölle fällig.
Zudem arbeitet die Europäische Union an "Made in Europe"-Vorgaben. Eine Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland stehe hierbei unmittelbar bevor, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. "Es ist entscheidend für uns, diese europäische Souveränität und die Produktionskapazitäten zu schützen."
Auf der Messe selbst spielen chinesische Hersteller eine so große Rolle wie nie zuvor. Aus der Volksrepublik sind etwa 20 Hersteller vertreten, doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Darunter sind große Spieler wie BYD002597.SZ oder Chery9973.HK, aber auch Neuankömmlinge wie Changan000625.SZ oder Aito, die mit den Exporten auf die massiven Überkapazitäten auf ihrem Heimatmarkt reagieren. Weil der US-Markt für die chinesischen Anbieter verschlossen ist, bleibt ihnen Europa als lukratives Ventil. "Wenn sie die Ausfuhren nach Europa aufgeben, sterben sie, weil sie das Geld nirgendwo anders verdienen können", sagte Francois Roudier, Generalsekretär des Welt-Automobilherstellerverbandes OICA.