Insider: UBS erwägt bei zu strengen Schweizer Regeln Umzug oder Fusion

Von Reuters News

- Die Schweizer Großbank UBSUBSG.S prüft Insidern zufolge für den Fall zu strenger heimischer Eigenkapitalvorschriften einen Umzug ins Ausland oder einen Zusammenschluss mit einem anderen Institut. Eine interne Arbeitsgruppe spiele verschiedene Szenarien durch, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Dazu gehöre zudem die Erstellung einer Liste kleinerer US-Banken für eine mögliche Übernahme oder die Option, selbst übernommen zu werden. Konkrete Gespräche gebe es jedoch nicht.

Zuvor hatte die Zeitung "Wall Street Journal" berichtet, dass der Konzern Notfallpläne vorbereite. Die UBS lehnte eine Stellungnahme ab.

Hintergrund sind Pläne der Schweizer Politik für schärfere Bankenregeln als Reaktion auf den Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023. Die Regierung will, dass die UBS ihre Auslandstöchter vollständig mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegt. Dies könnte mit mehr als 20 Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Die UBS hält dies für überzogen und schädlich für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die kleine Kammer des Schweizer Parlaments (Ständerat) senkte die Anforderung im September zwar auf 90 Prozent, doch auch dies geht der Bank zu weit. Eine Kommission des Nationalrats, der großen Parlamentskammer, befasst sich noch in diesem Monat mit der Vorlage.

Die UBS hatte sich in diesem Jahr eine US-Banklizenz gesichert und strebt eine Expansion in den USA an. Die geplanten schärferen Regeln sollen das Risiko für die heimischen Steuerzahler verringern, falls die Bank im Ausland Verluste einfährt. In Finanzkreisen gilt die US-Investmentbank Morgan StanleyMS.N als theoretisch bester Partner für die UBS. Verwaltungsratschef Colm Kelleher war früher in führender Position bei Morgan Stanley tätig. Er hatte im September erklärt, die UBS müsse bei zu strengen Regeln über ihre Zukunft in der Schweiz nachdenken. Finanzministerin Karin Keller-Sutter hält einen Abschied der Bank aus ihrer Heimat dagegen für unwahrscheinlich. Dies sei rechtlich kompliziert und teuer, sagte sie im September.

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