Insider: Regierungstruppen im Jemen treiben Offensive gegen Huthi voran
Riad, 05. Okt (Reuters) - Mit massiver militärischer Unterstützung aus Saudi-Arabien treiben die jemenitischen Regierungstruppen ihre Offensive gegen die Huthi-Rebellen voran. Sie griffen die mit dem Iran verbündete Miliz am Montag von drei Fronten aus im Norden, Westen und Süden an und nahmen strategisch wichtige Stellungen an der Meerenge Bab al-Mandab ein, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Militärkreisen erfuhr. Zudem begannen die Streitkräfte nach eigenen Angaben mit einer "strategischen Offensive" auf die Hauptstadt Sanaa, die von den Huthis 2014 erobert wurde. Von den Rebellen lag zunächst keine aktuelle Stellungnahme vor, nachdem von ihnen kontrollierte Medien zuvor Vorstöße der Regierungstruppen in der Gegend von Bab al-Mandab dementiert hatten.
Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilte mit, dass an dem Einsatz gegen die Huthi-Miliz 100 Kampfjets beteiligt gewesen seien. 324 strategisch wichtige Ziele seien angegriffen worden. Zudem schütze das Bündnis den Luftraum über der Meerenge Bab al-Mandab und biete den jemenitischen Streitkräften am Boden Unterstützung aus der Luft.
Mit der am Sonntag begonnenen Großoffensive will die international anerkannte Regierung des Jemen die Huthi-Rebellen zurückdrängen. Die Aufständischen waren in den vergangenen Wochen rasant vorgerückt, insbesondere auf Küstenabschnitte entlang der wichtigen Wasserstraße Bab al-Mandab. Parallel griffen sie wiederholt Städte und Infrastruktur im benachbarten Saudi-Arabien mit Drohnen und Raketen an, insbesondere Öl-Anlagen. Bab al-Mandab ist die südliche Zufahrt zum Roten Meer und damit eine entscheidende Route, die das Mittelmeer über den Suezkanal mit Asien verbindet. Sie hat seit der iranischen Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf zudem an Bedeutung für den Ölexport aus Saudi-Arabien gewonnen.
Der Konflikt im Jemen begann 2014 mit der Einnahme von Sanaa durch die Huthi. Ein Jahr später griff ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis ein. Ein 2022 vereinbarter Waffenstillstand brach in diesem Sommer zusammen.