Gespräche mit BAE - Airbus prüft Beteiligung an Konkurrenz-Kampfjet

Von Reuters News

- Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus AIR.PA lotet einem Medienbericht zufolge eine Beteiligung am internationalen Kampfjet-Projekt GCAP aus. Dazu sollen sich Führungskräfte von Airbus mit Vertretern des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems BAES.L treffen, wie die Zeitung "Financial Times" am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Eine Stellungnahme von Airbus und BAE lag zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht überprüfen.

Deutschland und Airbus suchen nach dem Scheitern des deutsch-französischen Projekts FCAS nach neuen Partnern für einen Jet der nächsten Generation. Dafür gilt auch eine Zusammenarbeit mit Schweden und Saab als möglich. GCAP ist zwar vergleichsweise fortgeschritten, könnte aber für neue Partner wie Airbus den Nachteil haben, dass man sich hinten anstellen müsste.

Bei dem Treffen sollen dem Bericht zufolge auch alternative Bereiche für eine Zusammenarbeit erörtert werden. Dazu zählten autonome "kollaborative Kampfflugzeuge" sowie die sogenannte "Combat Cloud". Dieses digitale Rückgrat soll den Datenaustausch zwischen Jets, Drohnen und Sensoren wie Bodenradar ermöglichen. Das Rüstungsprojekt GCAP (Global Combat Air Programme) wurde 2022 von Italien, Japan und Großbritannien ins Leben gerufen. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Tarnkappen-Mehrzweck-Kampfflugzeugs, das um das Jahr 2035 in Dienst gestellt werden soll.

Der britische Premierminister Keir Starmer hatte Anfang des Monats erklärt, Großbritannien sei offen für einen Beitritt Deutschlands zu dem von BAE, Leonardo LDOF.MI und Mitsubishi Heavy Industries 7011.T geleiteten Programm. Im Juli war Kanada dem Projekt als Beobachter beigetreten, was den Weg für eine tiefergehende Beteiligung ebnen könnte. Auch Saudi-Arabien gilt seit Langem als Interessent für einen Beitritt.

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