G7-Staaten geben Reserven frei - Ölpreis unter Druck

Von Reuters News

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:


17.00 Uhr - Die Freigabe strategischer Öl- und Dieselreserven durch die G7 hat die Ölpreise ins Minus gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligt sich um rund 2,5 Prozent auf 99,66 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fällt um gut vier Prozent auf 89,11 Dollar. Die europäischen Gasöl-Futures, ein Richtwert für die Dieselpreise, gaben um mehr als vier Prozent nach. Die G7-Staaten haben sich auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl geeinigt, um die angespannten Energiemärkte zu entlasten. Die koordinierte Freigabe über die Internationale Energieagentur (IEA) soll unverzüglich anlaufen und über einen Zeitraum von vier Monaten erfolgen, wie die G7 in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten. Zudem ist eine vorgezogene, erhebliche Freigabe von Diesel innerhalb der ersten 20 Tage durch die G7-Mitglieder und ihre Partner geplant.


16.40 Uhr - Die Zinshoffnungsrally nach den überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten hat den Aktien des Chipriesen NvidiaNVDA.O zu einem neuen Rekord verholfen. Die Titel steigen in der Spitze um drei Prozent auf 237,88 Dollar und sind damit zeitweise so teuer wie nie. Das als Vorreiter bei KI-Chips geltende Unternehmen profitierte zum Wochenschluss von einer allgemeinen Rally bei Technologiewerten. Der US-Technologieindex Nasdaq Composite.IXIC erreichte mit 27.353,68 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke. Die überraschend schwachen Zahlen zur Entwicklung des US-Arbeitsmarktes im September nährten die Hoffnung der Anleger, dass die US-Notenbank Fed bei Zinserhöhungen langsamer vorgeht. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen. Niedrigere Zinsen der US-Notenbank verbilligen die Investitionen wachstumsstarker Technologiefirmen.


16.30 Uhr - Überraschend starke Absatzzahlen geben den Aktien von TeslaTSLA.O Auftrieb. Die Titel des US-Elektroautopioniers klettern an der Wall Street um rund 4,5 Prozent. Der Konkurrent RivianRIVN.O hat die Anleger mit seinen Zahlen hingegen nicht überzeugt, obwohl auch dieser einen Auslieferungsrekord verzeichnete. Die Rivian-Aktien geben rund 4,5 Prozent nach. Tesla lieferte im dritten Quartal 486.532 Fahrzeuge aus und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 456.896. Eine wieder anziehende Nachfrage in Europa glich dabei den Wegfall von Steueranreizen in den USA und einen schärferen Wettbewerb in China aus. Analysten zufolge ist Tesla nun auf Kurs, nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen wieder ein Wachstum bei den Jahresauslieferungen zu erzielen. Rivian lieferte indes im abgelaufenen Quartal die Rekordzahl von 19.248 Fahrzeugen aus, erwartet worden waren 18.001. Seine Jahresprognose von 65.000 bis 70.000 Fahrzeugen ließ das Unternehmen unverändert.


15.15 Uhr - Der US-Arbeitsmarktbericht für September sorgt für gute Stimmung an den Märkten. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes klettern um jeweils rund ein Prozent. Ähnlich stark legen auch der Dax.GDAXI und der EuroStoxx50.STOXX50E zu. Anleger greifen zugleich bei US-Staatsanleihen zu, was die Renditen zehnjähriger Bonds von zuvor rund 5,240 Prozent auf 5,176 Prozent drückt. Der Dollar-Index.DXY gibt 0,2 Prozent auf 101,882 Punkte nach. Unter dem Strich entstanden nur 29.000 Arbeitsplätze außerhalb der US-Landwirtschaft, wie aus dem Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten mit 90.000 Stellen gerechnet. Dies vertreibt die Zinssorgen etwas. "Wir sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen auf der Sitzung Ende des Monats nicht ändert und erst im Dezember erneut anhebt", schreiben die Commerzbank-Ökonomen. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation einzudämmen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen.


10.31 Uhr - Spekulationen auf eine mögliche Freigabe von Dieselreserven der EU-Staaten drücken den Ölpreis weiter ins Minus. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligen sich in der Spitze um 2,7 und 3,9 Prozent auf 99,51 beziehungsweise 89,29 Dollar je Fass. Die EU-Staaten haben Insidern zufolge über einen französischen Vorschlag zur Freigabe zusätzlicher Dieselreserven beraten. Die Initiative sieht laut Reuters-Informationen vor, dass die EU-Staaten 50 Millionen Barrel Diesel auf den Markt bringen. Damit reagieren die EU-Länder auf Druck aus den USA, das Angebot zu erhöhen und so die gestiegenen Kraftstoffpreise zu senken. Zudem sollen die Mitglieder der Internationalen Energieagentur (IEA) 50 Millionen Barrel Rohöl freigeben.


10.16 Uhr - Anleger folgen einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux und greifen bei HensoldtHAGG.DE zu. Die Aktien des Rüstungszulieferers rücken im Nebenwerte-Index MDax.MDAXI zeitweise um 5,2 Prozent vor. Die Analysten setzten die Papiere hoch auf "Buy" von "Hold". Sie erwarten, dass das Umsatzwachstum im dritten Quartal die Prognose des Unternehmens übertreffen wird. Die starke Nachfrage nach Luftabwehr und Verteidigungselektronik dürfte ein zweistelliges Umsatzwachstum bis zum Ende des Jahrzehnts stützen, hieß es in dem Kommentar.


09.56 Uhr - Nach einer Herunterstufung müssen die Papiere der CommerzbankCBKG.DE Federn lassen. Die Aktien fallen in der Spitze um 3,3 Prozent und bilden das Schlusslicht im Dax.GDAXI. Die Analysten der RBC haben die Titel auf "Sector Perform" von "Outperform" heruntergesetzt. Als Grund nannten die Experten Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Übernahmeplänen der UniCreditCRDI.MI. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte lange um die Unabhängigkeit des Frankfurter Kreditinstituts gekämpft. Mittlerweile kontrolliert die UniCredit aber rund 50 Prozent der Commerzbank-Anteile, so dass eine Übernahme nicht mehr aufzuhalten ist.


09.45 Uhr - Die Aktien von LenzingLENV.VI setzen ihre massive Talfahrt fort. Nachdem die Papiere des österreichischen Faserherstellers bereits am Donnerstag als Reaktion auf die Details einer Kapitalerhöhung deutlich nachgegeben hatten, fallen sie am Freitag an der Wiener Börse in der Spitze um rund 35 Prozent auf 12,72 Euro und markieren damit das tiefste Niveau seit 2009. Das Bankhaus Berenberg hat die Papiere auf "Hold" von "Buy" abgestuft und das Kursziel gesenkt. Die bevorstehende Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro lasse vermuten, dass der Hauptaktionär SuzanoSUZB3.SA eher eine abwartende Haltung einnehme, anstatt sein Engagement auszubauen, hieß es zur Begründung. Analysten von Raiffeisen zufolge sorgt zudem das Ausmaß der Verwässerung für Verkaufsdruck.


07.48 Uhr - Ein schwächerer Umsatzausblick von NikeNKE.N sorgt für schlechte Stimmung in der Sportartikel-Branche. Die Aktien von AdidasADSGn.DE verlieren im Dax.GDAXI im frühen Geschäft von Lang & Schwarz 1,3 Prozent. PumaPUMG.DE notieren im MDax.MDAXI 1,7 Prozent niedriger. Für 2026/27 rechnet Nike mit einem Rückgang der Erlöse um einen hohen einstelligen Prozentsatz - er fällt damit deutlich stärker aus als von Analysten erwartet. Im ersten Quartal büßte der Adidas-Rivale vier Prozent Umsatz ein. Der Konzern will sich mit einem neuen Sparprogramm gegen die Krise stemmen. Die Probleme bei Nike seien vor allem hausgemacht, daher sollte die Konkurrenz nicht allzu sehr unter den Zahlen von Nike leiden, meint ein Händler. Nike-Aktien sind im nachbörslichen US-Handel um 8,5 Prozent gefallen.


07.20 Uhr - Die ungewisse Gemengelage in Nahost sorgt für Zurückhaltung am Ölmarkt. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI notieren wenig verändert bei 101,99 beziehungsweise 92,40 Dollar je Fass. Am Donnerstag waren die Preise zeitweise deutlich in die Höhe geschossen, nachdem Reuters berichtet hatte, dass chinesische Raffinerien die Exporte von Ölprodukten für Oktober aussetzen, um inländische Lagerbestände zu schonen.

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