Fraport sieht Chancen für mehr Passagiere in Frankfurt 2027
Frankfurt, 04. Nov (Reuters) - Nach einer Stagnation in diesem Jahr könnte es bei den Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt nach Erwartung des Betreibers FraportFRAG.DE 2027 wieder aufwärts gehen. "Das Sentiment ist eher positiv", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwoch. Die LufthansaLHAG.DE-Gruppe, mit einem Anteil von rund zwei Dritteln Platzhirsch am größten deutschen Flughafen, plane mehr Interkontinentalflüge. Auch die zweitgrößte Fluggesellschaft Condor wolle deutlich wachsen. Zudem ist Schulte zuversichtlich über niedrigere staatliche Standortkosten, da Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sich für ein weiteres Senken der Luftverkehrssteuer ausgesprochen hat.
"Das ist das richtige Signal", sagte Schulte. Bei niedrigeren Steuern und Gebühren könnten die Flughäfen auf mehr Angebot der Airlines hoffen. Und jedes zusätzliche Flugzeug bringe so viel Wertschöpfung, dass sich die Steuersenkung für den Staat mehr als rechnen würde. Auch die politische Entwicklung in den USA nach dem Sieg der Demokraten in der Zwischenwahl könnte Schulte zufolge dem Luftverkehr helfen - sei es durch eine Entspannung bei den für die Wirtschaft schädlichen US-Importzöllen oder durch wieder steigende Reiselust aus Deutschland in Richtung USA.
Für 2026 geht Fraport weiter von einer Passagierzahl auf Vorjahresniveau von 63 Millionen aus. Neben weniger Geschäftsreisen aufgrund der schwachen Wirtschaft schlug sich der Iran-Krieg mit rund 800.000 weniger Fluggästen aus Nahost bei Fraport nieder. Das trifft auch die Einnahmen aus dem Einzelhandel, weil damit zahlungskräftige Kundschaft fehlte. Die Lufthansa hatte durch Streiks des fliegenden Personals im Frühjahr und die Schließung ihrer Zubringergesellschaft Cityline 1,9 Millionen weniger Fluggäste.
WACHSTUM IM AUSLAND
Das Aufkommen in Frankfurt stagnierte in den ersten neun Monaten mit 47,5 Millionen Fluggästen, das waren 0,2 Prozent weniger. Da der Hauptstandort damit weniger als 90 Prozent des Passagiervolumens von 2019, dem Jahr vor Ausbruch der Corona-Krise, schafft, steuert das Auslandsgeschäft immer mehr zum Ergebnis des Flughafenbetreibers bei: Allein im dritten Quartal waren es 54 Prozent nach 47 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Von Januar bis September kletterte der Konzernumsatz um 3,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um zwei Prozent auf den Bestwert von 1,18 Milliarden Euro zu. Fraport bekräftigte die Jahresprognose eines operativen Gewinns von 1,5 (Vorjahr: 1,44) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis dürfte auf 300 bis 400 Millionen Euro sinken von knapp 470 Millionen Euro.
"Die breite Aufstellung des Fraport-Konzerns bewährt sich", sagte Schulte. Das Unternehmen habe trotz eines schwierigen Marktumfelds wegen der geopolitischen Lage im Nahen Osten und massiv gestiegener Kerosinpreise ein solides Ergebnis erzielt. Konzernweit übertraf die Zahl der Passagiere mit 146 Millionen erstmals das Vorkrisenniveau. Von den Auslandsbeteiligungen verzeichneten die 15 griechischen Flughäfen mit einem Plus der Passagierzahl von fünf Prozent ebenso neue Rekordwerte wie das Drehkreuz im peruanischen Lima mit einem Plus von 2,8 Prozent.