Fehlender Ausschüttungsplan schickt Samsung trotz Gewinnsprung auf Talfahrt

Von Reuters News

- Ein verhaltener Ausblick und ein fehlender Plan für Gewinnausschüttungen an die Anteilseigner haben die Aktien von Samsung005930.KS am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Papiere fielen an der Börse in Seoul um bis zu 6,2 Prozent, obwohl der südkoreanische Technologiekonzern dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) einen massiven Gewinnsprung verzeichnete. Der operative Gewinn stieg im dritten Quartal auf 107,4 Billionen Won (rund 72 Milliarden Euro) von 12,2 Billionen Won im Vorjahreszeitraum. Die wichtige Chipsparte verfünfzehnfachte ihr operatives Ergebnis auf 106,5 Billionen Won und steuerte damit fast den gesamten Konzernprofit bei.

Die Anleger reagierten jedoch enttäuscht, da Samsung die Entscheidung über künftige Ausschüttungen an die Aktionäre auf Januar verschob. Die Erwartungen waren hoch, nachdem der heimische Rivale SK Hynix000660.KS am Mittwoch neben starken Zahlen auch Pläne für Ausschüttungen von rund 75 Milliarden Dollar in diesem Jahr angekündigt hatte. "Der Markt schien einen zusätzlichen Aktienrückkauf und/oder eine Dividendenankündigung zu erwarten. Das Unternehmen verschob die Entscheidung jedoch auf Ende Januar, was die kurzfristigen Erwartungen enttäuscht haben dürfte", sagte Sanjeev Rana, Analyst beim Wertpapierhaus CLSA. Während die Samsung-Titel nachgaben, legten die Aktien von SK Hynix um 0,7 Prozent zu.

Auch beim Ausblick zeigte sich Samsung etwas vorsichtiger als die Konkurrenz. Die für KI-Anwendungen wichtigen HBM-Speicherchips seien für das kommende Jahr bereits ausverkauft und der Markt dürfte bis 2028 angespannt bleiben, teilte der Konzern mit. SK Hynix hatte jedoch am Vortag erklärt, der Engpass werde bis 2030 andauern. "Der Kursrückgang bei Samsung war wahrscheinlich auf den Ausblick zurückzuführen, wie lange die Speicherknappheit andauern wird. Dieser wirkte etwas weniger optimistisch als die gestrigen Kommentare von SK Hynix", erklärte Morningstar-Analyst Jing Jie Yu. Die hohen Kosten für Speicherchips belasteten zudem das Mobilfunkgeschäft von Samsung, das einen Verlust von 800 Milliarden Won verbuchte.


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