Evonik steigert operativen Gewinn und wird optimistischer
Düsseldorf, 03. Nov (Reuters) - Der von BASFBASFn.DE umworbene Spezialchemiekonzern EvonikEVKn.DE geht mit einem deutlichen Zuwachs im Rücken in das Ringen um seine Übernahme durch den deutschen Branchenprimus. Für 2026 werden die Essener optimistischer, denen Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber durch die Nahost-Krise in die Karten spielen. "Wir sind stark und robust", betonte Evonik-Interimschef Claus Rettig.
Evonik schraubte im dritten Quartal den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro in die Höhe, wie der Konzern am Dienstag weiter mitteilte. Der Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Analysten hatten nach einer Vara-Umfrage mit einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro und einem bereinigten Ebitda von 633 Millionen Euro gerechnet. Sondereffekte und Kosten für Sparprogramme sorgten unter dem Strich für einen Verlust von 53 Millionen Euro, nach einem Minus von 106 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Rettig baut Evonik um und streicht Stellen, um den Konzern auf Gewinn zu trimmen.
Beim erst im Juni angehobenen Ausblick für 2026 zeigten sich die Essener zuversichtlicher: Der Konzern erwartet nun, beim bereinigten operativen Gewinn die obere Hälfte der Spanne zwischen zwei und 2,2 Milliarden Euro zu erreichen. BASF hatte im Quartal ebenfalls von gestiegenen Preisen und einer höheren Nachfrage durch den Nahost-Konflikt profitiert. Unsicherheiten um Lieferunterbrechungen durch Probleme in der Straße von Hormus sorgen für ein Nachfrageplus. BASF hat Evonik ins Visier genommen, die Essener hatten zuletzt aber ein Übernahme-Angebot des größeren Konkurrenten von 24,00 Euro je Evonik-Aktie abgelehnt. Evonik hat seinerseits ein Auge auf den US-Konkurrenten AshlandASH.N geworfen.