Euro stabilisiert sich - Französische Anleihen bleiben im Fokus
Frankfurt, 02. Okt (Reuters) - Nach dem zuletzt deutlichen Kursrutsch hat sich der Euro am Freitag etwas stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung rückte um 0,2 Prozent auf 1,1269 Dollar vor. Auf Wochensicht steuerte der Euro allerdings auf einen Verlust von rund 1,3 Prozent zu, den größten seit Anfang Juni. Der Dollar-Index.DXY notierte in Reichweite seines 17-Monats-Hochs von 102.207 Punkten vom Vortag. Belastet wird die Gemeinschaftswährung laut Experten derzeit von den Aussichten auf eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank und von den Sorgen über die französische Staatsverschuldung. "Der Zins- und Spreadanstieg wird in der Eurozone zur immer größeren Bedrohung", sagte Thomas Altmann von QC Partners mit Blick auf den Anleihemarkt.
Die Renditen der zehnjährigen französischen Staatsanleihen erreichten am Donnerstag mit 4,9629 Prozent den höchsten Stand seit 2002. Auch zum Wochenschluss lag die Verzinsung nur knapp darunter. Die Renditedifferenz (Spread) zwischen französischen Staatsbonds und den als sicherer Hafen geltenden Bundesanleihen weitete sich auf rund 150 Basispunkte aus. Dies ist der höchste Stand seit der Staatsschuldenkrise der Euro-Zone im Jahr 2012. Der Spread gilt als Marktindikator für die Risikoprämie, die Anleger für das Halten französischer Schuldtitel fordern. "Der gestern vorgestellte Haushaltsentwurf in Frankreich für das Jahr 2027 brachte keine Entlastung an den Märkten, zumal auch völlig unklar ist, ob sich eine politische Mehrheit für den Haushalt finden lässt", urteilten die Analysten der Helaba. Die französische Regierung will mit einem harten Sparkurs das Haushaltsdefizit von 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr auf fünf Prozent 2027 senken.
Insgesamt beruhigte sich die Lage am Anleihenmarkt nach dem zuletzt starken Ausverkauf etwas. Die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen gaben um 5,4 Basispunkte auf 3,4651 Prozent nach. Die Verzinsung der italienischen Pendants lag bei 4,6646 Prozent nach 4,7078 Prozent am Vortag. Zehnjährige US-Papiere entfernten sich mit 5,2326 Prozent von ihrem 24-Jahres-Hoch, das sie am Donnerstag mit 5,3445 Prozent erreicht hatten.