Deutscher Automarkt zieht an - Fast doppelt so viele Elektroautos
Berlin, 04. Nov (Reuters) - Die sprunghaft steigende Nachfrage nach Elektroautos hat dem deutschen Automarkt im Oktober zu einem Plus verholfen. Insgesamt wurden 254.492 Fahrzeuge neu zugelassen, das sind 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dabei ist der Anstieg allein auf ein deutliches Plus bei Elektroautos zurückzuführen. Hier spielen neben der staatlichen Förderung auch die hohen Spritpreise eine Rolle. Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennersmotor, zu denen auch Hybridautos gehören, brach dagegen ein.
Insgesamt wurden 94.086 neue Elektroautos angemeldet, das sind 79,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als jeder dritte Neuwagen verfügt damit nur noch über einen Elektroantrieb. Deutsche Autobauer profitieren allerdings nicht so stark vom Elektroautoboom wie ausländische Marken, die ihren Absatz mehr als verdoppelten. "Der deutsche Pkw-Markt entwickelt sich in diesem Jahr erfreulich, und die internationalen Hersteller wachsen sogar noch stärker", sagte Imelda Labbe, Präsidentin des Importeursverbands VDIK. Mit einem Plus von 8,5 Prozent legten sie rund doppelt so stark zu wie der Gesamtmarkt. Inzwischen komme jedes zweite in Deutschland verkaufte Elektroauto von einer Importmarke, sagte Labbe.
Haupttreiber des E-Auto-Booms sind private Autokäufer. Sie meldeten gut ein Fünftel mehr Neuwagen an als im Vorjahr. Die gewerblichen Zulassungen schrumpften dagegen um 8,2 Prozent. Gerade für die deutschen Hersteller wie BMW oder Audi spielen Gewerbekunden eine besonders wichtige Rolle.
Die Autoproduktion in Deutschland ging unterdessen nach Angaben des Branchenverbands VDA zurück. Insgesamt wurden im Oktober 326.300 Autos in deutschen Werken gebaut, das sind sieben Prozent weniger als vor Jahresfrist. Nach den ersten zehn Monaten sind es 3,37 Millionen Fahrzeuge, was einem Rückgang von vier Prozent entspricht. Damit liege die Fahrzeugproduktion immer noch um 15 Prozent unter dem Niveau von vor der Corona-Pandemie.