China-Umbau drückt Gewinn bei FMC - Ausblick gedämpft

Von Reuters News

- Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) hat nach einem deutlichen Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Erwartungen für das Gesamtjahr gedämpft. Das bereinigte operative Ergebnis werde 2026 voraussichtlich stagnieren oder um einen mittleren einstelligen Prozentwert schrumpfen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bislang hatte FMC auch ein Wachstum in dieser Größenordnung für möglich gehalten. Der neue Vorstandschef Shervin Korangy, der das Amt erst vor drei Wochen übernommen hat, erklärte, man erwarte nun eine Entwicklung in der unteren Hälfte des bisherigen Prognosebereichs.

Im abgelaufenen Jahresviertel brach das Konzernergebnis um 42 Prozent auf 160 Millionen Euro ein. Das bereinigte operative Ergebnis sank um fünf Prozent auf 545 Millionen Euro, Analysten hatten allerdings einen stärkeren Rückgang auf im Schnitt 518 Millionen Euro befürchtet. Der Umsatz stieg leicht um ein Prozent auf 4,94 Milliarden Euro. Belastet wurde die Bilanz vor allem durch Einmalkosten von 108 Millionen Euro für die Neuausrichtung des China-Geschäfts. Dort stellt FMC die lokale Produktion eines älteren Dialysesystems ein und zieht sich aus der Bauchfelldialyse zurück.

Am Finanzmarkt wurden die Zahlen gemischt aufgenommen. Zwar habe der bereinigte operative Gewinn die Erwartungen um fünf Prozent übertroffen, schrieben die Analysten der Investmentbank Jefferies. Zugleich wiesen sie jedoch auf die sich weiter abschwächenden Behandlungszahlen im wichtigen US-Markt hin. Die im Leitindex Dax.GDAXI notierten FMC-Aktien verloren im frühen Handel gut zwei Prozent.

Die Zahlen unterstreichen die schwierige Lage, in der sich der weltgrößte Dialyseanbieter befindet. Korangy war Mitte Oktober überraschend an die Spitze gerückt, nachdem der Aufsichtsrat die bisherige Chefin Helen Giza nach knapp vier Jahren abgelöst hatte. Aus dem Kontrollgremium hieß es damals, es habe Giza an einer überzeugenden Wachstumsstrategie und neuen Ideen gemangelt. Der Amerikaner Korangy, der zuvor den Augenheilkunde-Spezialisten BVI Medical leitete, soll FMC nun auf den Wachstumskurs zurückführen. "Es ergeben sich einmalige Chancen, die Leistungsfähigkeit grundlegend zu verbessern", sagte Korangy und schränkte zugleich ein: "In der Bewertung unserer aktuellen Geschäftsentwicklung sind wir zurückhaltend."

Eine der größten Baustellen bleibt das US-Geschäft. Dort kämpft FMC weiterhin mit sinkenden Patientenzahlen. Im dritten Quartal ging die Zahl der Behandlungen in den USA organisch um 1,1 Prozent zurück, nachdem das Minus im Vorquartal noch bei 0,9 Prozent gelegen hatte. Neben Klinikschließungen im Rahmen des laufenden Sparprogramms der US-Regierung machten dem Konzern in den USA auch negative Effekte bei den staatlichen Erstattungsregelungen zu schaffen. Hoffnung macht dem Vorstand dagegen die Einführung eines neuen Dialysegeräts in den Vereinigten Staaten, das für weniger Krankenhausaufenthalte und höhere Überlebensraten bei den Patienten sorgen soll. Bislang seien rund 16 Prozent der Maschinen in den US-Kliniken ausgetauscht worden.

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