Bosch-Gewinn sinkt im Autogeschäft - Jahresziele bekräftigt

Von Reuters News

- Der Autozulieferer BoschROBG.UL hat wegen der Krise in der Branche im ersten Halbjahr in seinem Kerngeschäft weniger verdient. Das operative Ergebnis des größten Geschäftsfeldes "Mobility" brach um 18,75 Prozent oder 300 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro ein, wie Bosch am Mittwoch erklärte. Neben der stagnierenden Automobilproduktion und dem langsamen Hochlauf der Elektromobilität belasteten Sondereffekte: So nahm Bosch auf Produktionsanlagen eine Abschreibung von 270 Millionen Euro vor. Der Umsatz der größten Sparte lag mit 27,8 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, sodass sich die Marge um rund einen Prozentpunkt auf 4,7 Prozent verringerte.

Trotz des widrigen Umfelds hält der Technologiekonzern, der auch Maschinen und Anlagen für die Industrie, Haushaltswaren und Elektrowerkzeuge sowie Energie- und Gebäudetechnik anbietet, an seinen Jahreszielen fest. Bosch hatte sich nach einem schwachen Jahr 2025 zwei bis fünf Prozent mehr Umsatz und eine Gewinnmarge von vier bis sechs Prozent vorgenommen. In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz in allen vier Geschäftsfeldern nominal um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis sank um 100 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro, was eine Marge von 4,6 (Vorjahr: 5,1) Prozent ergab. "Nach einem soliden Umsatzwachstum im ersten Halbjahr sehen wir uns auf der Zielgeraden für 2026, brauchen aber noch einen starken Endspurt", sagte Finanzchef Markus Forschner. Bosch müsse weiter Kosten und Komplexität reduzieren.

Unterdessen geht der im vergangenen Jahr eingeläutete Stellenabbau weiter: Nach dem ersten Halbjahr zählte die Bosch-Gruppe insgesamt noch 406.225 Beschäftigte, das waren 6549 weniger als Ende letzten Jahres. In Deutschland schrumpfte die Belegschaft um rund 4000 Personen auf knapp 119.000. Von 2025 bis 2030 sollen im Konzern 22.000 Arbeitsplätze wegfallen, der Großteil davon im Zuliefergeschäft Mobility in Deutschland. Der Betriebsrat von Bosch warnte in der vergangenen Woche vor weiterem massivem Arbeitsplatzverlust in den 2030er Jahren wegen des Umstiegs auf Elektroautos und chinesischer Billigkonkurrenz. Betriebsratschef Frank Sell forderte mehr Schutz und Förderung von der Politik.

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