Betriebsratschef: Evonik-Übernahme bietet Chancen
München, 23. Okt (Reuters) - BASFBASFn.DE-Betriebsratschef Sinischa Horvat beurteilt eine mögliche Übernahme des kleineren Rivalen EvonikEVKn.DE vorsichtig wohlwollend. "Wir sind offen für eine industrielle Strategie, die neue Chancen schafft" für den Chemiestandort Deutschland und seine Beschäftigten, teilte Horvat am Freitag mit. Er ist auch stellvertretender Aufsichtsratschef des Ludwigshafener Chemieriesen. "Der strategische Gedanke, die Stärken beider Unternehmen zu verbinden und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie zu stärken, ist nachvollziehbar", erklärte Horvat. Am Freitag war laut Insidern Bewegung in den Übernahmestreit gekommen. Der BASF-Vorstand hat Evonik demnach ein erhöhtes Angebot von 24 Euro je Aktie in Aussicht gestellt und hofft, dass es auf dieser Basis zu Verhandlungen kommt.
Es komme darauf an, ob die Belegschaften beider Unternehmen von einem Zusammenschluss profitierten, betonte Horvat. "Eine mögliche Übernahme von Evonik muss sich aus unserer Sicht daran messen lassen, welche Perspektiven sie für die Unternehmen, ihre Standorte und vor allem für die Beschäftigten eröffnet." Der Betriebsratschef forderte, die Arbeitnehmervertreter frühzeitig in die Pläne einzubeziehen. Zu begrüßen seien die Zusagen von BASF-Vorstandschef Markus Kamieth zum Erhalt von Standortvereinbarungen bei Evonik und geltenden Tarifverträgen. "Die Beschäftigten beider Unternehmen brauchen Verlässlichkeit und Zukunftsperspektiven."
Die bei BASF bestehende Standortvereinbarung dürfe durch eine Übernahme "weder in Frage gestellt noch durch deren Finanzierung oder Folgekosten ausgehöhlt werden", forderte Horvat. "Wenn der BASF-Verbund ein wesentlicher Vorteil eines Zusammenschlusses sein soll, muss auch seine Substanz nachhaltig gestärkt werden."