Asiens Börsen trotzen globalem Anleihe-Ausverkauf - Nikkei im Plus

Von Reuters News

- Die asiatischen Börsen haben sich am Freitag trotz eines weltweiten Ausverkaufs am Anleihemarkt robust gezeigt. Zu den Gewinnern zählte die japanische Börse in Tokio.TSE, die fester tendierte. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 legte um 1,2 Prozent auf 66.318,14 Punkte zu, und der breiter gefasste Topix.TOPX notierte 1,2 Prozent höher bei 4.123,73 Zählern. Das Handelsvolumen in der Region blieb jedoch dünn, da viele Handelsplätze feiertagsbedingt geschlossen blieben. So fand an der Börse Shanghai.SSEC kein Handel statt, und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 wurde ebenfalls nicht gehandelt.

Die Stimmung der Anleger wurde von stark steigenden Renditen bei Staatsanleihen dominiert, die Befürchtungen über höhere weltweite Kreditkosten schürten. In Japan kletterte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 1996. "Die weltweiten Anleihemärkte schreien auf, und das zu ignorieren, könnte sehr teuer werden", warnte Nigel Green, Chef des Finanzberaters deVere Group. Sobald die risikofreien Zinsen in den USA über fünf Prozent lägen, müsse jeder Vermögenswert seinen Preis rechtfertigen. Politisch richteten sich die Blicke auf Washington, wo sich der chinesische Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump trafen. Bei den Gesprächen gab es jedoch kaum Anzeichen für Durchbrüche bei strittigen Themen wie Künstlicher Intelligenz, Handel oder dem Krieg mit dem Iran, was die chinesischen Märkte vor den Feiertagen in der Schwebe hielt.

In Japan sorgten zudem diplomatische Gespräche für Aufsehen und bewegten die Währungsmärkte. US-Präsident Trump äußerte bei einem Gipfeltreffen mit der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi Bedenken über die Schwäche der japanischen Währung. Dies enthüllte die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama am Freitag. Takaichi habe Trump geantwortet, dass ein unterbewerteter Yen grundsätzlich problematisch sei. Der Dollar hatte zuvor gegenüber dem Yen und anderen Hauptwährungen aufgrund starker US-Wirtschaftsdaten und steigender US-Anleiherenditen deutlich aufgewertet. Katayama kündigte an, dass sie und US-Finanzminister Scott Bessent weiterhin eng über Währungsfragen kommunizieren würden.


Devisen

Im asiatischen Devisenhandel reagierte die japanische Währung prompt auf die politischen Äußerungen aus Tokio und Washington. Der Dollar verlor 0,3 Prozent auf 158,38 Yen und legte leicht auf 6,7128 Yuan zu. Zur Schweizer Währung büßte er etwas auf 0,8283 Franken ein. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1377 Dollar und zog leicht auf 0,9423 Franken an. Auf Wochensicht profitierte die US-Währung jedoch von der Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Fed.


Ölpreise

Am Rohstoffmarkt gaben die Preise nach einer volatilen Woche leicht nach, da die Anleger die Möglichkeit eines Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran abwägten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 105,81 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,6 Prozent schwächer bei 93,07 Dollar. Zuvor hatten Raketenangriffe der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien Sorgen vor Lieferengpässen geschürt. "Die ungewöhnlich große Spanne zwischen WTI und Brent spiegelt die unterschiedlichen regionalen Risikoprofile wider", erklärte Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade.


Wall Street

An der Wall Street in New York.SPX hatten die Zinssorgen und der Ausverkauf am Anleihemarkt bereits am Vortag die Kurse gebremst. Die Renditen für zehn- und 30-jährige US-Staatsanleihen waren auf die höchsten Stände seit rund zwei Jahrzehnten geklettert. Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI hatte sich am Donnerstag mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 51.349,98 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500.SPX notierte kaum verändert bei 7.704,13 Zählern, und der technologielastige Nasdaq.IXIC stagnierte bei 26.939,37 Stellen.

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