Algerien: Entsenden zum Schutz von Wirtschaftsinteressen Truppen in den Niger
26. Okt (Reuters) - Algerien wird nach Angaben des Präsidialamtes zum Schutz seiner wirtschaftlichen Interessen Truppen in den Niger entsenden. Das Parlament habe am Sonntag eine entsprechende Resolution gebilligt, hieß es am Montag. Demnach sollen die Einheiten in Madama im Norden des Landes nahe der libyschen Grenze stationiert werden. Angaben zum Zeitpunkt der Verlegung oder zur Truppenstärke machte das Präsidialamt nicht. Es ist der erste Auslandseinsatz der algerischen Armee seit der Unterstützung Ägyptens im Krieg von 1973.
Im Zentrum der Interessen steht der Energiesektor. Der staatliche Konzern Sonatrach arbeitet gemeinsam mit dem Niger und Nigeria an der Transsahara-Pipeline, über die afrikanisches Erdgas nach Europa exportiert werden soll. Der Einsatz erfolgt in einem schwierigen Umfeld: Der Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 vom Militär regiert. Die Beziehungen zwischen Algier und der neuen Führung hatten sich zuletzt verschlechtert. Zudem kämpft der Niger gegen Aufständische, die mit Al-Kaida und der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbündet sind.