Air France-KLM übertrifft Gewinnprognose - Emirates-Gewinn bricht ein

Von Reuters News

- Air France-KLM AIRF.PA hat im dritten Quartal dank einer starken Nachfrage nach Langstreckenflügen und Premium-Angeboten die Gewinnerwartungen übertroffen. Der operative Gewinn lag bei 1,34 Milliarden Euro, wie die Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte. Von dem Unternehmen befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Konzernchef Ben Smith erklärte, die Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten habe den Umsatz gesteigert. Zudem hätten Disziplin bei den Ausgaben und eine Absicherung der Treibstoffpreise die Stückkosten weitgehend stabil gehalten. Besonders gefragt waren demnach Direktflüge nach Indien und Asien.

Für das Gesamtjahr 2026 dämpfte der LufthansaLHAG.DE-Rivale jedoch seine Erwartungen beim Kapazitätswachstum. Der Konzern rechnet nun mit einem Plus von zwei Prozent statt der zuvor angepeilten Spanne von zwei bis drei Prozent. Zudem hob das Unternehmen seine Prognose für die Treibstoffkosten im laufenden Jahr auf 9,2 Milliarden Dollar an, nachdem zuvor 8,9 Milliarden Dollar erwartet worden waren.

Die Fluggesellschaften kämpfen seit Ausbruch des Iran-Krieges mit steigenden Kerosinpreisen. Größere Netzwerk-Airlines wie Air France-KLM oder die Lufthansa zeigten sich zuletzt jedoch widerstandsfähiger. Air France-KLM kündigte zudem eine Modernisierung der Flotte sowie eine Reorganisation bei der niederländischen Tochter KLM an. Dies betreffe die Bodenabfertigung, die Frachtsparte sowie die Wartung. Zu einem möglichen Stellenabbau machte das Unternehmen keine Angaben.


KRIEG BELASTET EMIRATES-BILANZ

Die größte Fluggesellschaft der Golf-Staaten, Emirates, erlitt wegen der Folgen des Nahost-Konflikts in der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch von 66 Prozent. Grund dafür sind Luftraumsperrungen und gestiegene Kerosinpreise. Der Nettogewinn in den sechs Monaten bis zum 30. September sank auf 3,3 Milliarden Dirham (rund 903 Millionen Dollar), wie die staatliche Fluglinie aus Dubai mitteilte. Der Umsatz ging trotz einer stabilen Nachfrage im Frachtgeschäft um 13 Prozent auf 56,9 Milliarden Dirham zurück. Die zeitweisen Sperrungen des Luftraums in der Region hätten die betriebliche Flexibilität der Fluggesellschaft auf die Probe gestellt, hieß es von der Muttergesellschaft Emirates Group. Zudem hätten Reisewarnungen von Regierungen das Buchungsverhalten der Kunden beeinflusst.

Die Zahl der beförderten Passagiere sank in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um 22 Prozent auf 21,8 Millionen. Die Auslastung der Flugzeuge ging auf 72 Prozent zurück, nach 79,5 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die angebotene Kapazität verringerte sich um 17 Prozent. Bis Ende September bediente Emirates nach eigenen Angaben wieder 91 Prozent ihres ursprünglichen Streckennetzes. Zwar haben die Fluggesellschaften am Golf ihren Betrieb schrittweise wieder aufgenommen, jüngste Angriffe auf Saudi-Arabien dämpfen jedoch die Aussichten auf eine vollständige Erholung der Branche in der Region.

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