Vonovia-Chef warnt vor Vergesellschaftung in Berlin
Düsseldorf, 04. Nov (Reuters) - VonoviaVNAn.DE-Chef Luka Mucic hat scharfe Kritik an den Plänen der Linken für eine Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin geübt. "Schon allein die Debatte darüber schwächt das Vertrauen in Eigentum, Investitionen und in den Standort Deutschland insgesamt", warnte Mucic am Mittwoch. "Es wäre der falsche Weg und ein gefährliches Signal für die wirtschaftliche Stärke unseres gesamten Landes", fügte er hinzu. Verlässliche Rahmenbedingungen dagegen könnten Kapital mobilisieren für Neubau, Modernisierung und den Klimaschutz.
Eine Vergesellschaftung sei dagegen "aus unserer Sicht schlicht der falsche Weg", unterstrich der Vonovia-Chef. Denn durch einen solchen Schritt werde keine einzige neue Wohnung geschaffen. "In Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen", sagte er: "Viele Menschen suchen verzweifelt ein Zuhause." Dabei gebe es nur einen Ausweg: "Wir müssen mehr bauen und investieren." Vonovia sei weiter zu einem konstruktiven und vertrauensvollen Austausch auch mit der Linken bereit, betonte Mucic.
Die Linke hatte sich für eine Enteignung großer Immobilienfirmen ausgesprochen. Die Partei mit Spitzenkandidatin Elif Eralp, die nun Regierende Bürgermeisterin werden könnte, beruft sich dabei auf den Volksentscheid vom September 2021. Bei diesem gab es eine klare Mehrheit von 58 Prozent dafür, einen Gesetzentwurf für Enteignungen auszuarbeiten. Dies geschah bisher aber nicht. 220.000 Wohnungen sollen laut Linken in die öffentliche Hand überführt werden. Vonovia und die Tochter Deutsche Wohnen verfügen in Berlin und Umgebung über rund 138.000 Wohnungen.