Valeo-Aktien brechen nach Ausblick ein
Frankfurt, 23. Okt (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
14.00 Uhr - Die Aktien des französischen Autozulieferers ValeoVLOF.PA brechen um mehr als zwölf Prozent ein. Für das zweite Halbjahr peilt das Unternehmen nun ein Ergebnis auf dem Niveau des ersten Halbjahres an, nachdem es zuvor ein "mindestens" gleichhohes Resultat in Aussicht gestellt hatte. Der Konzern habe damit seine Prognosen für Marge und freien Cashflow implizit nach unten korrigiert, sagten die Analysten von TP ICAP Midcap. Im dritten Quartal sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 2,6 Prozent.
13.55 Uhr - Ein Medienbericht über einen möglichen Einstieg des Raumfahrtkonzerns SpaceX in den US-Mobilfunkmarkt belastet die Aktien der etablierten Anbieter. Die Papiere von T-Mobile USTMUS.O, AT&TT.N und VerizonVZ.N verlieren vorbörslich rund vier bis fünf Prozent. Zu den Gewinnern zählen hingegen die Infrastrukturanbieter. Die Aktien von Crown CastleCCI.N und American TowerAMT.N steigen um neun und sechs Prozent. SpaceX wolle sich für den Aufbau eines landesweiten Mobilfunknetzes den Zugang zu mindestens 80.000 Sendemasten sichern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Der Raumfahrtkonzern von Elon Musk verhandelt demnach mit dem Mobilfunkinfrastruktur-Anbieter Crown Castle. Mit 80.000 Standorten würde das Unternehmen die Hälfte der im vergangenen Jahr in den USA betriebenen Mobilfunkmasten nutzen. Ziel sei es, ein vierter landesweiter Mobilfunkanbieter zu werden.
13.00 Uhr - Die Aktien des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius setzen sich nach einem positiven Analystenkommentar an die Spitze der MDax.MDAXI-Gewinner. Die Papiere legen bis zu 2,4 Prozent auf 280,20 Euro zu. Die Analysten von RBC stuften die Titel auf "Outperform" von "Sector Perform" hoch. Sie begründeten den Schritt mit verbesserten Aussichten für die Firma, Prognosen für ein beschleunigtes Wachstum und potenziellen Vorteilen durch KI-gesteuerte Nachfrage. Künstliche Intelligenz entwickelt sich laut RBC zu einem wichtigen Motor in der Biopharmabranche und der akademischen Forschung, wovon Sartorius durch seine LPS-Sparte und sein Angebot an kleineren Bioreaktoren profitieren dürfte.
10.50 Uhr - Die Anleihemärkte der Euro-Zone haben sich am Freitag nach einer turbulenten Woche stabilisiert. Die Rendite der zehnjährigen französischen Titel fiel trotz schwacher Konjunkturdaten um drei Basispunkte auf 5,06 Prozent. Als Auslöser gilt eine Flucht von Anlegern in sichere Anlagen. Sorgen über die langfristige Profitabilität des KI-Geschäfts und dessen Auswirkungen auf das globale Wachstum haben die Renditen von US-Staatsanleihen in diesem Monat deutlich sinken lassen. Dies verschaffte zum Wochenschluss auch französischen Staatsanleihen eine kurze Atempause, deren Renditen zuletzt stark gestiegen waren. Auf Wochensicht ergibt sich jedoch ein anderes Bild: Hier legten die französischen Renditen um fast 28 Basispunkte zu, was den stärksten Zuwachs in der gesamten Euro-Zone darstellt. Im Gegensatz dazu fielen die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen in dieser Woche um 7,4 Basispunkte. Am Freitag notierten sie kaum verändert bei 3,342 Prozent. Die Risikoaufschläge für französische Staatsanleihen stiegen damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.
10.40 Uhr - Sorgen über Lieferengpässe nach Huthi-Angriffen in Saudi-Arabien haben die Ölpreise am Freitag erneut in die Höhe getrieben. Nordsee-Rohöl der Sorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich um jeweils rund ein Prozent auf 113,95 und 100,54 Dollar je Fass (159 Liter). Brent steuert damit auf die dritte und WTI auf die zweite Woche mit Gewinnen in Folge zu. Am Donnerstag hatte Saudi Aramco2222.SE nach einem Reuters-Bericht die Evakuierung seines Hauptsitzes in Dhahran in Saudi-Arabien angeordnet. Grund dafür sind die sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen dem weltgrößten Rohölexporteur und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. "Die Märkte sind zunehmend besorgt über eine erneute Eskalation am Persischen Golf – ein Szenario, das die bisher robusten Ölflüsse bedrohen könnte", schreiben die Experten der niederländischen Großbank ING. "Entscheidend sind jetzt das Ausmaß der tatsächlichen Störung und die Zeit, die für die Wiederaufnahme des Betriebs benötigt wird", sagte Linh Tran, Analystin beim Broker XS.com.