Telekom bringt sich mit Partnern gegen Starlink in Stellung

Von Reuters News

- Vier große europäische Telekomkonzerne wollen ein europaweites Netz für Satelliten-Telefonie über herkömmliche Smartphones aufbauen und der wachsenden Konkurrenz durch Starlink entgegentreten. Die Deutsche TelekomDTEGn.DE teilte am Montag mit, sie wolle sich gemeinsam mit TelefonicaTEF.MC aus Spanien, VodafoneVOD.L aus Großbritannien und OrangeORAN.PA aus Frankreich um Funkfrequenzen für mobile Satellitendienste bewerben. Die Unternehmen hätten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Weltweit gewinnt Satellitentelefonie über handelsübliche Smartphones an Bedeutung. Bislang werden für Gespräche und Datenübertragungen in unwegsamem Gelände oder in Katastrophengebieten meist spezielle Geräte benötigt. Der weltgrößte Satellitenbetreiber Starlink, der zum Weltraumkonzern SpaceXSPCX.O des Milliardärs Elon Musk gehört, gilt hier als Vorreiter. Für die "Direct-to-Device"-Technologie ist Starlink bislang meist auf Kooperationen mit klassischen Mobilfunkanbietern wie der Deutschen Telekom und deren US-Tochter T-MobileTMUS.O angewiesen. Starlink will mittelfristig jedoch ein eigenständiges Angebot aufbauen. Hierzu sicherte sich das Unternehmen in den USA für einen zweistelligen Milliardenbetrag umfangreiche Funkfrequenzen. Dies schickte die Aktien der US-Telekomfirmen zeitweise auf Talfahrt.

VIER DAVIDS GEGEN EINEN GOLIATH

Die Deutsche Telekom und ihre Partner wollen bei ihrer Satelliten-Telefonie weiteren Angaben zufolge die notwendige Infrastruktur am Boden bereitstellen. Die Satelliten würden von einem noch auszuwählenden Partner bereitgestellt. Durch diese Initiative sollten sämtliche europäischen Mobilfunkanbieter einen diskriminierungsfreien Zugang zu dem Satellitennetz erhalten.

Telekommunikationssatelliten haben jenseits ihrer zivilen Nutzung auch militärisch hohe Bedeutung. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 ist die Technologie für die Steuerung von Drohnen und die Kommunikation auf dem Gefechtsfeld unerlässlich. Dabei gerät Starlink immer wieder in die Schlagzeilen: Die Ukraine wirft dem US-Konzern vor, die Geschwindigkeit der Datenübertragung zu drosseln und damit die Verteidigung des Landes zu behindern.

Die Europäische Union (EU) hat die Bedeutung der Satelliten-Kommunikation erkannt und will daher bei der im kommenden Jahr anstehenden Neuvergabe der Funkfrequenzen zwei Drittel des Spektrums für europäische Anbieter reservieren. Die US-Regierung reagiert einem Zeitungsbericht zufolge verärgert auf diese Pläne. Sollte die EU den Marktzugang für US-Unternehmen einschränken, drohten "verheerende" Vergeltungsmaßnahmen, schrieb die "Financial Times".

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