PLATOW Emerging Markets - Usbekistan – Die nächsten Privatisierungsschritte
Usbekistan treibt die Privatisierung seiner Staatsunternehmen voran. Der Nationale Investitionsfonds plant erste Börsengänge und setzt damit wichtige Impulse für die wirtschaftliche Öffnung des Landes.>
Der erst im Mai an den Börsen in London und Taschkent eingeführte usbekische Nationale Investitionsfonds (UzNIF) plant für das kommende Jahr die ersten beiden Börsengänge von Unternehmen aus seinem Portfolio. Maßgeblich vorangetrieben werden die Pläne von Marius Dan, Geschäftsführer für Zentralasien bei Templeton Global Investments. Der US-Assetmanager verwaltet das Portfolio des Staatsfonds mit insgesamt 13 staatlich kontrollierten Unternehmen und weiteren Vermögenswerten. Mit den geplanten IPOs folgt Dan einer Weisung des usbekischen Staatspräsidenten, der seinen marktwirtschaftlich orientierten Reformkurs weiter vorantreibt.
Als aussichtsreichster Privatisierungskandidat gilt Uzbektelecom, an der die Regierung 60% der Aktien (UZ7047110000) hält, die in Taschkent gehandelt werden. Offenbar soll die Telekomgesellschaft ab 2028 Dividenden zahlen.
Der Zeitplan für weitere Börsengänge hängt Dan zufolge maßgeblich vom Fortschritt der Unternehmenstransformation und den Marktbedingungen ab. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren sechs Unternehmen an die Börse gehen. Neben Uzbektelecom gelten die nationale Fluggesellschaft Uzbekistan Airways und die Bank SQB als weitere IPO-Kandidaten.
Laut Dan wurde die Corporate Governance bei SQB (Uzbek Industrial and Construction Bank) und Uzbektelecom gestärkt, indem mit staatlicher Unterstützung unabhängige Direktoren in die Aufsichtsräte berufen wurden. Die ebenfalls in Taschkent gehandelte SQB (UZ7037560008) hat mit Unterstützung der Weltbank-Tochter IFC und der EBRD das Geschäft mit Unternehmenskunden zu einem wichtigen Standbein ausgebaut.
Beide Unternehmen haben Dan zufolge Umsatz- und Gewinnwachstum verzeichnet. Uzbektelecom sei zudem gut positioniert, um seine finanzielle Performance in den kommenden zwölf Monaten deutlich zu verbessern.
Der ursprünglich für dieses Jahr geplante Börsengang von Uzbekistan Airways wurde dagegen verschoben. Dan begründete die Verzögerung mit den schwierigen Bedingungen am globalen Luftfahrtmarkt und der Notwendigkeit, den Transformationsinitiativen Zeit zu geben, sich in den Finanzergebnissen der Fluggesellschaft niederzuschlagen. Die Gesellschaft wurde erst nach der Unabhängigkeit gegründet und nach westlichen Maßstäben entwickelt. Ihre Flotte besteht aus Airbus- und Boeing-Maschinen, der Wartungsbereich wurde in Kooperation mit Lufthansa Technik aufgebaut.
Parallel arbeitet der Fonds gemeinsam mit der Regierung daran, verlustbringende Energieunternehmen wie Regional Electric Networks, National Electric Grids of Uzbekistan, Hududgazta’minot und Uzbekhydroenergo über die Rentabilitätsschwelle zu bringen. Gelingen soll dies durch eine angemessenere Tarifpolitik, höhere betriebliche Effizienz und eine Optimierung der langfristigen Finanzierung.
Diese Entwicklung dürfte auf die usbekische Wirtschaft insgesamt ausstrahlen und unterstützt unsere positive Einschätzung des Marktes.