PLATOW Börse - Musterdepot im Höhenflug, aber Aktien bleiben günstig bewertet

Von Platow Brief

Der Oktober verlief für die deutschen Aktienindizes sehr unterschiedlich. Der DAX legte zu, MDAX und SDAX gaben nach. Unser Depot konnte erneut alle drei Indizes schlagen.>

Mit einem Wertzuwachs von 3,1% im abgelaufenen Monat hat unser Musterdepot die im September erlittenen Verluste mehr als wettgemacht. Nach einem ebenfalls sehr erfreulichen Auftakt im November liegen wir nur noch knapp unter dem vor zwei Monaten markierten Jahreshoch. Seit Jahresbeginn summieren sich die Pluszeichen auf 15,6%. Der DAX zeigte sich im Oktober ebenfalls sehr robust und legte um 2,5% zu. Die Werte aus dem MDAX (-1,2%) und dem SDAX (-2,0%) konnten da nicht mithalten. Dadurch hat der DAX nun auch bei der Performance im laufenden Jahr die Führung übernommen. Mit einem Kursplus von 5,4% liegen die Blue Chips Anfang November knapp vor dem SDAX (+5,0%) und deutlich vor dem MDAX, der nur wenige Punkte über seinem Schlussstand des vergangenen Jahres notiert.

 

 

Umso bemerkenswerter ist vor diesem Hintergrund, dass die beiden Top-Performer unseres Portfolios im Oktober aus genau diesem MDAX kamen. Scout24 legte fast 27% zu, wodurch nach einem sehr schwachen September ein eindrucksvoller Turnaround gelang. CTS Eventim gewann knapp 23% an Wert. Die Aktie profitierte davon, dass der aktivistische Investor Ananym Capital vom Vorstand größere Aktienrückkäufe und mehr Transparenz fordert. Zweistellige Kursgewinne verzeichneten daneben noch SAP (+14%), MLP (+13%), E.ON und Deutsche Börse (jeweils +12%). Vor allem MLP und die Deutsche Börse spielten damit als Schwergewichte unseres Depots eine entscheidende Rolle für die gute Monatsperformance. Zweistellige Kursverluste erlitten Indus (-14%) sowie die beiden jüngst ausgestoppten Aurubis und Siemens Energy, die beide bis zum Zeitpunkt des Verkaufs rund 16% an Wert einbüßten.

 

 

Trotz der starken Performance sind unsere aktuellen Depotwerte im Vergleich zu den langjährigen Durchschnittswerten immer noch attraktiv bewertet. Im Median beträgt der Abschlag beim 12-Month-Forward-KGV jetzt 9%, beim EV/EBIT sind es 4%. Noch aussagekräftiger wird dieser Vergleich durch den Blick auf Margen und Wachstumsaussichten der Unternehmen. Die für das kommende Geschäftsjahr erwartete EBIT-Marge unserer Depotwerte liegt 1,5 Prozentpunkte über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre, bei der Nettomarge sind es 0,3 Prozentpunkte. Zudem sind die für die kommenden beiden Jahre prognostizierten Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn ebenfalls höher als in der Vergangenheit. Unsere Depotwerte wachsen also schneller und arbeiten profitabler, werden an der Börse aber trotzdem niedriger bewertet als früher.

 

 

Im Vergleich zum Vormonat sind die Gewinnschätzungen der aktuellen Depotwerte leicht gesunken, wobei die erst in der vergangenen Woche aufgenommene Vossloh hier eine große Rolle spielt. Ohne den Depotneuling ist der EBIT-Konsens im Schnitt sogar gestiegen. Auch für das diesjährige EPS zeigt sich dann ein Aufschlag, der vor allem MLP zu verdanken ist. Dass es für 2027 und 2028 nicht zu einem Plus reicht, liegt hauptsächlich an Jost Werke, wo Analysten die EPS-Schätzungen wegen höherer Finanzaufwendungen und einem höheren angenommenen Steuersatz trotz verbesserter EBIT-Annahmen gesenkt haben. Auffällig ist ansonsten noch Krones mit durchweg reduzierten Erwartungen. Trotzdem konnte der Kurs im Oktober gut 6% zulegen. Das spricht dafür, dass bei der im historischen Vergleich deutlich unterbewerteten Aktie schon sehr viel Negatives eingepreist war.

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