Nvidia sichert sich das schnell wachsende KI-Start-up Modal für neue Zentralprozessoren
- von Stephen Nellis
SAN FRANCISCO, 19. Okt (Reuters) - Nvidia NVDA.O hat einen Auftrag für Zentralprozessorchips von einem weiteren schnell wachsenden KI-Start-up erhalten, das bisher ausschließlich auf Chips von Intel und AMD gesetzt hatte – ein erstes Anzeichen dafür, dass der Vorstoß des Unternehmens in einen Markt, der lange Zeit von diesen beiden Konkurrenten beherrscht wurde, Früchte trägt.
Modal, ein Cloud-Computing-Start-up, das Rechenleistung an KI-Entwickler vermietet, gab bekannt, dass es plant, Nvidias neuen Zentralprozessor- (link) „Vera“ erstmals für das Hosting von Agenten einzusetzen – also KI-Systemen, die lang andauernde Aufgaben für menschliche Nutzer ausführen können. Bislang hat Modal solche Aufgaben ausschließlich auf Chips von Intel und AMD ausgeführt.
Modal sammelte letzte Woche in einer von Accel angeführten Finanzierungsrunde 750 Millionen US-Dollar bei einer Unternehmensbewertung von 15,75 Milliarden US-Dollar ein und erklärte, es sei auf dem besten Weg, im kommenden Jahr einen Umsatz von 1 Milliarde US-Dollar zu erzielen. Modal gab an, dass sich die Nutzung seiner Dienste verdreifacht und der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das 15-Fache gestiegen sei.
Modal teilte am Montag mit, dass erste Tests gezeigt hätten, dass der neue Nvidia-Chip die Arbeitsleistung der KI-Agenten verdoppelt habe, was das Unternehmen dazu veranlasst habe, erstmals das Chip-Design von Nvidia zu unterstützen – was einige tiefgreifende Softwareänderungen seitens Modal erfordern werde.
Geschäftsführer Erik Bernhardsson betonte jedoch ausdrücklich, dass das Unternehmen seine bestehenden Lieferanten nicht im Stich lassen werde. Das Unternehmen erklärte, es werde die Nvidia-Chips parallel zu den derzeitigen Intel- und AMD-Produkten in einer gemischten Flotte einsetzen und jeden Auftrag auf der Hardware ausführen, auf der er am besten läuft.
Bernhardsson erklärte, die Tests seien mit den bereits auf dem Markt befindlichen Chips von Intel und AMD durchgeführt worden. Beide Nvidia-Konkurrenten entwickeln derzeit neuere Modelle, die den Rückstand auf Nvidia verringern könnten.
„Wir werden sie testen, sobald sie verfügbar sind“, sagte er und fügte hinzu, dass der Betrieb einer gemischten Konfiguration bedeute, dass das Unternehmen „immer die Hardware einsetzen kann, die die beste Leistung erbringt“.
Nvidia hat Investoren mitgeteilt, dass es in diesem Geschäftsjahr mindestens 20 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf von Vera-Chips (link) erwirtschaften will – ein erster Vorstoß in einen Markt, den das Unternehmen auf rund 200 Milliarden US-Dollar schätzt. Nvidia hatte zuvor erklärt, dass auch OpenAI, Anthropic und Oracle den Einsatz der Chips planen, ebenso wie KI-Start-ups wie Perplexity (link).
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