MÄRKTE ASIEN-US-Zwischenwahl: Demokraten-Erfolge belasten Börsen in Asien
Singapur, 04. Nov (Reuters) - Die Aussicht auf überraschende Erfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Anleger verschreckt und die Märkte unter Druck gesetzt. Die US-Aktienfutures gaben nach, während Staatsanleihen zulegten und der Dollar nachgab. In North Carolina eroberte der Demokrat Roy Cooper einen bisher von den Republikanern gehaltenen Senatssitz und versetzte damit Präsident Donald Trump und seiner Partei einen schweren Schlag. Die Demokraten sind Medienberichten zufolge zudem auf Kurs, die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus zu erlangen.
Anleger bereiten sich zudem auf eine strengere Regulierung in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz (KI) sowie auf einen möglichen legislativen Stillstand vor. "Die Märkte scheinen die Möglichkeit eines stärker als erwarteten Abschneidens der Demokraten einzupreisen, was die Erwartungen an weitere Konjunkturimpulse dämpfen könnte", sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo in Singapur. Der stärkere Rückgang der Nasdaq-Futures spiegele die Sorge wider, dass ein politischer Machtwechsel zu einer schärferen Aufsicht über KI und große Technologiekonzerne führen könnte. "Niedrigere Anleiherenditen könnten jedoch schließlich für eine gewisse Entlastung sorgen, sodass der anfängliche Ausverkauf nicht unbedingt von Dauer sein muss", fügte sie hinzu.
Besondere Sorgen gelten dem Ausbau von KI-Rechenzentren. Ein möglicher Sieg des Demokraten John Talarico in Texas könnte die Chip-Aktien belasten, sagte Kim Seok-hwan, Analyst bei Mirae Asset Securities. Dies schüre die Sorge vor strengeren Vorschriften für den Bau von KI-Rechenzentren in einem der am schnellsten wachsenden Märkte der USA. "Wenn Texas nach dem Vorbild New Yorks ein Moratorium für Rechenzentren verhängt, könnten sich Projekte weiter verzögern", sagte Kim. "Die heutige Marktreaktion spiegelt eindeutig die Sorgen und die Unsicherheit in diesen Fragen wider."
In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 4,5 Prozent auf 60.269,56 Punkte nach und der breiter gefasste Topix.TOPX notierte 3,2 Prozent niedriger bei 3.804,53 Zählern. Die Börse Shanghai.SSEC blieb fast unverändert bei 3.604,37 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen.CSI300 stagnierte bei 4.010,35 Punkten.
DEVISEN
Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,7 Prozent auf 157,60 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,6843 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,8 Prozent niedriger bei 0,8138 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,5 Prozent auf 1,1252 Dollar und gab um 0,3 Prozent auf 0,9157 Franken nach.
ÖL
Am Ölmarkt zeigten sich die Preise unruhig, nachdem sie am Vortag auf ein Vier-Wochen-Tief gefallen waren. Händler wogen die Gespräche zur Beendigung der Kriege in der Ukraine und im Iran gegen die Sorge ab, dass jüngste Angriffe in beiden Konflikten die Lieferungen weiter stören könnten. Die faktische Blockade der Straße von Hormus, über die zuvor 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert wurden, hat die Energieströme neu geordnet und die Inflationssorgen geschürt.
Wall STREET
Der US-Standardwerteindex Dow Jones.DJI hatte sich mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 51.786,72 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500.SPX gewann 0,4 Prozent auf 7.568,92 Zähler, und der technologielastige Nasdaq.IXIC zog um 0,8 Prozent auf 25.372,01 Stellen an.