Importpreise klettern so stark wie seit November 2022 nicht mehr
Berlin, 30. Okt (Reuters) - Teure Energie treibt die deutschen Importpreise sprunghaft in die Höhe. Diese legten im September um 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Dies war der stärkste Anstieg seit November 2022. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Zuwachs von 10,3 Prozent gerechnet. Im August hatte das Plus bei 8,3 Prozent gelegen. Von August auf September zogen die Einfuhrpreise um 2,1 Prozent an.
Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die Energiepreise aus: Gegenüber September 2025 stiegen die Importpreise für elektrischen Strom (+96,2 Prozent), Mineralölerzeugnisse (+81,3 Prozent), Erdöl (+59,3 Prozent), Erdgas (+53,9 Prozent) und Steinkohle (+25,1 Prozent) deutlich. Bei den Mineralölerzeugnissen verteuerten sich insbesondere Schmier- und andere Öle (+112,0 Prozent), Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin (+111,3 Prozent), Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (+100,4 Prozent) sowie Motorenbenzin (+73,9 Prozent).
Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, beeinflussen die Einfuhrpreise auch die allgemeine Inflation. Rekordhohe Preise für Benzin und Diesel sowie teures Heizöl hatten die Verbraucherpreise im September mit 3,3 Prozent so stark steigen lassen wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Im Oktober dürfte der Preisauftrieb allerdings etwas nachgelassen haben - auch dank des staatlich verordneten Tankrabatts: Experten erwarten für die am frühen Nachmittag anstehenden Verbraucherpreisdaten des Statistischen Bundesamtes eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent.