Größter Börsengang Indiens - Emission von Jio Platforms siebenfach überzeichnet

Von Reuters News

- Für den größten Börsengang der Geschichte Indiens übertrifft die Nachfrage das Angebot bei weitem. Am Freitag, dem letzten Tag der Zeichnungsfrist, war die umgerechnet 3,2 Milliarden Dollar schwere Emission des Telekom- und Digital-Konzerns Jio PlatformsJIOP.NS siebenfach überzeichnet. Das entspräche am oberen Ende der Preisspanne, die bis zu 1119 Rupien reichte, einer Nachfrage von mehr als 16 Milliarden Dollar. Insgesamt würde Jio Platforms damit mit 108,3 Milliarden Dollar bewertet. Die Aktien werden am kommenden Mittwoch (28. Oktober) erstmals gehandelt. Ein Drittel der Emission ist für Kleinanleger reserviert.

Am Montag hatte Jio Platforms Ankerinvestoren wie dem Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority (ADIA), BlackRockBLK.N, Fidelity und der AllianzALVG.DE Aktien für 854 Millionen Dollar vorab zugeteilt. Sie hatten Zeichnungsgebote über 25 Milliarden Dollar abgegeben. Die Allianz ist Partner der Schwestergesellschaft Jio Financial ServicesJIOF.NS in der Versicherungs-Sparte.

Mit Jio Platforms bringt der indische Multimilliardär Mukesh Ambani erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder einen Teil seines Konglomerats Reliance IndustriesRELI.NS an die Börse. Die Emission war eigentlich spätestens für 2024 geplant, aber zweimal verschoben worden, zuletzt im Frühjahr wegen des Iran-Kriegs.

Jio Platforms erwirtschaftet 90 Prozent seines Umsatzes in der Telekommunikation. Mit mehr als 500 Millionen Kunden ist das Unternehmen Indiens größter Telekom-Konzern. Das Unternehmen hatte vom Marktstart 2016 weg etablierten Rivalen wie Bharti Airtel und Vodafone Idea Marktanteile abgeluchst, indem es billige Internet-Zugänge und kostenlose Sprachanrufe versprach. Im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März) erwirtschaftete Jio 15,5 Milliarden Dollar Umsatz, bei einem Gewinn von 3,2 Milliarden Dollar.

Bereits vor Jahren waren die US-Internetriesen MetaMETA.O und AlphabetGOOGL.O sowie andere internationale Investoren bei Jio Platforms eingestiegen. Reliance hält 66,4 Prozent der Anteile. Geführt wird Jio Platforms von Ambanis Sohn Akash.

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