Erweiterte Partnerschaften für KI-Chips treiben Oracle

Von Reuters News

- Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:


19.05 Uhr - Die Ankündigung von OracleORCL.N, seine Partnerschaften für KI-Chips auszubauen, treibt die Aktie nach oben. Die Titel des Softwarekonzerns und Cloud-Anbieters aus Texas legen an der Wall Street um rund 4,5 Prozent zu. Oracle will die Zusammenarbeit mit dem Marktführer NvidiaNVDA.O erweitern und zugleich sein Angebot um Chips von dessen Rivalen ergänzen. Oracle und Nvidia teilten mit, die Cloud-Infrastruktur mit Nvidias neuester Server-Generation "Vera Rubin" auf eine Leistung von mehreren Gigawatt auszubauen. Zudem sollen erstmals auch Prozessoren der AlphabetGOOGL.O-Mutter Google sowie Chips der KI-Spezialisten CerebrasCBRS.O und SambaNova in das Angebot aufgenommen werden. Die Nachricht beflügelte die Aktien von Cerebras, die um fast zehn Prozent zulegten. Alphabet und Nvidia lagen rund zwei und ein Prozent im Plus. Mit der Diversifizierung der Chipanbieter will Oracle nach eigenen Angaben den Kunden mehr Flexibilität und Auswahl bieten. Trotz des aktuellen Anstiegs notiert die Oracle-Aktie seit Jahresbeginn rund 30 Prozent im Minus.


17.15 Uhr - Äußerungen des französischen Fußballstars Kylian Mbappé über den früheren chinesischen Staatschef Mao Zedong belasten die Aktien des Sportausrüsters On. Die US-notierten Titel des Schweizer Unternehmens, das Mbappé erst im September als Werbepartner verpflichtet hatte, verlieren rund drei Prozent. Auslöser war ein Kommentar des Stürmers von Real Madrid in einem inzwischen gelöschten Video-Podcast. Angesprochen auf Internet-Memes, die ihn wegen seiner vermeintlich großen Macht bei seinen Vereinen als "Diktator" darstellen, bezeichnete er eine Fotomontage als besonders lustig. Auf dieser war sein Gesicht auf dem Körper von Mao Zedong zu sehen. In dem Video nannte Mbappé Mao "irgendeinen Typen - ich glaube, er ist ein chinesischer Diktator". Satire oder Witze über Mao, den Gründer des modernen China, gelten dort als respektlos und sind ein gesellschaftliches Tabu. Mbappé entschuldigte sich inzwischen für seine "unüberlegte" Äußerung und erklärte, er habe niemanden verletzen wollen. Morningstar-Analyst David Swartz bezweifelte, dass die Kontroverse die Partnerschaft mit On oder anderen westlichen Firmen beeinträchtigen werde. "Wahrscheinlicher ist, dass sie es vermeiden werden, Mbappés Gesicht in der Werbung in China einzusetzen."


16.10 Uhr - Eine milliardenschwere Finanzierung für Anthropic zur Beschaffung von Ausrüstung von BroadcomAVGO.O beflügelt die Aktien des US-Chipkonzerns. Die Titel klettern um rund drei Prozent. Die Großbanken Bank of America, Citi und Morgan Stanley sowie der Vermögensverwalter Blackstone stellen 63 Milliarden Dollar bereit. Die Transaktion wird über eine Zweckgesellschaft abgewickelt, die die Ausrüstung kauft und an den KI-Spezialisten Anthropic verleast. Broadcom sichert das Geschäft mit einer Restwertgarantie ab und übernimmt damit einen Teil des Risikos für die Kreditgeber. Analysten bewerteten den Schritt dennoch positiv. Laut Experten von Morningstar könnte die Kooperation Broadcom im Jahr 2027 einen Umsatz von fast 60 Milliarden Dollar einbringen. Anthropic dürfte damit zum größten Kunden von Broadcom werden. Der KI-Konzern hatte am Montag die Unterlagen für seinen Börsengang eingereicht.


15.45 Uhr - Die Wette eines Investors auf fallende Kurse hat die Aktie der Videospielplattform RobloxRBLX.N am Dienstag unter Druck gesetzt. Die Papiere fallen an der Wall Street um rund zwei Prozent. Die Investmentfirma Bleecker Street Research erklärte, eine Leerverkaufsposition eingegangen zu sein, und begründete den Schritt mit Kritik am Jugendschutz auf der Plattform. Die Maßnahmen schadeten nicht nur dem Nutzerwachstum, sondern seien wirkungslos, hieß es. Bleecker erklärte, für 190,91 Dollar 100 Kinderkonten mit Altersverifizierung gekauft und sich innerhalb von zwei Stunden aus fünf verschiedenen Ländern eingeloggt zu haben, ohne dass Roblox eine erneute Überprüfung verlangt habe. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Behauptungen nicht unabhängig überprüfen. Eine Stellungnahme von Roblox lag zunächst nicht vor. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren.


14.35 Uhr - Der US-Hausgerätehersteller WhirlpoolWHR.N hat mit seiner Quartalsbilanz die Anleger vergrault. Die Papiere des für seine "KitchenAid"-Küchenmaschinen bekannten Unternehmens rutschen vorbörslich um rund 7,5 Prozent ab. Der Konzern wies für das dritte Quartal einen bereinigten Verlust von 21 Cent je Aktie aus. Analysten hatten mit einem Gewinn von 80 Cent gerechnet. Das Unternehmen begründete die überraschend schwachen Zahlen mit hohen Zinsen, der Inflation und schleppenden Hausverkäufen, die die Nachfrage nach Haushaltsgeräten bremsten. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Whirlpool nun einen operativen Verlust von 1,30 Dollar je Aktie. Der vergleichbare Nettoumsatz soll um etwa 1,5 Prozent auf rund 14,5 Milliarden Dollar sinken. Seit Jahresbeginn hat die Whirlpool-Aktie rund 65 Prozent an Wert verloren.


14.15 Uhr - Die Reisebranche in den USA hat den Anlegern am Dienstag ein zweigeteiltes Bild geboten. Während die Aktien der Kreuzfahrtreederei Royal CaribbeanRCL.N nach einer angehobenen Gewinnprognose um 5,5 Prozent zulegen, schießen die Papiere der angeschlagenen Billigfluglinie JetBlueJBLU.O in einer Erleichterungsreaktion um fast 14 Prozent in die Höhe. Royal Caribbean erhöhte ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach einem starken dritten Quartal auf 17,85 bis 17,95 Dollar je Aktie. Als Grund nannte das Unternehmen eine überraschend starke Nachfrage. JetBlue leidet hingegen massiv unter den hohen Treibstoffkosten, die im dritten Quartal um 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Die Aktie, die in diesem Jahr bereits rund die Hälfte ihres Wertes verloren hatte, erholte sich jedoch deutlich. Grund dafür waren eine erhöhte Umsatzprognose und die Bemühungen des Managements, Sorgen um die Finanzlage zu zerstreuen. Die Rückkehr in die Gewinnzone hänge jedoch von der Entwicklung der Treibstoffpreise ab, schreiben die Analysten von TD Cowen.


12.05 Uhr - Der US-Autobauer General MotorsGM.N verlegt seine Aktiennotierung von der New York Stock Exchange an die Nasdaq. Der Handel an der Technologiebörse solle am 17. November beginnen, teilte der US-Autobauer mit. GM hat laut Daten von LSEG einen Marktwert von rund 64,4 Milliarden Dollar - wenig im Vergleich zu den mehrere Billionen Dollar teuren Nasdaq-Schwergewichten wie Nvidia, Apple oder Microsoft. Das bisherige Tickersymbol "GM" werde beibehalten.


10.05 Uhr - Der US-Halbleiterausrüster Applied MaterialsAMAT.O weckt Kursfantasien bei BESIBESI.AS-Anlegern. Die Titel des Halbleiterkonzerns schnellen in Amsterdam um bis zu zehn Prozent nach oben, nachdem der US-Konzern am Vorabend angekündigt hat, seine Beteiligung an dem niederländischen Partnerunternehmen von neun auf rund 20 Prozent aufstocken zu wollen. "Dieser Schritt dürfte die Übernahmespekulationen wieder anfachen, was den Aktienkurs stützt", schrieben die Analysten von Degroof Petercam. Applied Materials ist seit April 2025 größter Anteilseigner von BESI. Der Konzern erklärte, es sei nicht geplant, den Anteil über die Marke von rund 20 Prozent hinaus zu erhöhen oder einen Sitz im Verwaltungsrat der Niederländer anzustreben.


09.35 Uhr - Anleger nehmen nach enttäuschenden Zahlen bei HSBCHSBA.L Reißaus und belasten den europäischen Bankensektor. Die Titel der größten Bank Europas rauschen in London um 7,5 Prozent nach unten, nachdem das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurückblieb. Das Vermögensverwaltungsgeschäft stagnierte. Analysten von Citi und Jefferies bezeichneten die Ergebnisse als etwas enttäuschend. Beide wiesen jedoch darauf hin, dass die Trends bei den Vermögensbeständen und dem Private Banking von HSBC darauf hindeuteten, dass die Geschäftsentwicklung gesünder sei, als die Umsatzzahlen vermuten ließen. Den Vorsteuergewinn steigerte das Geldhaus im dritten Quartal um 32 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Der Bankenindex.SX7P fiel 1,5 Prozent.


07.32 Uhr - Die Bemühungen um eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran lassen die Ölpreise weiter sinken. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich jeweils um rund ein Prozent auf bis zu 114,51 beziehungsweise 100,60 Dollar je Barrel. Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten am Montag in Teheran Gespräche mit iranischen Vertretern geführt, um die Spannungen im Nahen Osten abzubauen. Die vier Länder vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen, wie iranische Staatsmedien berichteten. Die Lage bleibt jedoch angesichts neuer Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf den wichtigen Ölproduzenten Saudi-Arabien fragil.

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