Bundeswirtschaftsministerin Reiche ordnet Befüllung der Gasspeicher an 

Von Reuters News

- Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe angewiesen, mehr Gas einzuspeichern. Dies sei in Absprache mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) geschehen, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch auf Anfrage mit. Hintergrund seien geopolitische Risiken, also der Nahost-Krieg, der Energielieferungen vom Persischen Golf eingeschränkt hat. Sefe teilte mit, die Anweisung erhalten zu haben, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern.

Das Wirtschaftsministerium betonte, Reiche habe stets deutlich gemacht, die Entwicklung am Gasmarkt eng zu verfolgen und für unterschiedliche Szenarien Instrumente vorbereitet zu haben, die bei Bedarf eingesetzt werden könnten. "Dieser Bedarf ist nun eingetreten." Die Füllstände der Gasspeicher sind ungewöhnlich niedrig, weil die durch den Iran-Krieg gestiegenen Preise im Sommer es unattraktiv gemacht haben, Gas für die Speicher einzukaufen. Kritiker werfen Reiche vor, zu lange gezögert und zu wenig gemacht zu haben.

Sefe werde selber entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden und die Mengen durch zusätzliche Lieferungen beschaffen, so das Wirtschaftsministerium. "Klar muss sein, die Erwartung an alle anderen Marktakteure, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, bleibt ohne Wenn und Aber bestehen." Die Anweisung an Sefe solle daher auch ein klares Signal an weitere Unternehmen sein. "Für die Zukunft wird die Bundesregierung eine strategische Gasreserve zur Abdeckung der genannten Risiken einrichten. Der Aufbau der Gasreserve wird nach der entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen."

Mitte September hatte Reiche Sefe mit einem finanziellen Anreiz angehalten, Gas zur Befüllung der Speicher einzukaufen, was jedoch keine formale Anweisung war. Nun geht sie einen Schritt weiter. Der Gasspeicher-Verband INES hatte zuletzt vor Engpässen im Fall eines sehr strengen Winters gewarnt. Bei extrem kalten Temperaturen könne es im Januar zu einem Gasmangel kommen.

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