Britische Vesuvius erhält Übernahmevorschlag von RHI Magnesita

Von Reuters News

- Der britische Spezialist für Feuerfestmaterialien, VesuviusVSVS.L, hat nach eigenen Angaben Übernahmevorschläge des in Wien ansässigen Konkurrenten RHI MagnesitaRHIM.VI erhalten. Vesuvius bestätigte am Dienstag nach Medienspekulationen, dass seit September 2025 eine Reihe unaufgeforderter Vorstöße eingegangen seien. Der jüngste bewerte Vesuvius mit 551 Pence je Aktie. Er umfasse 470 Pence in bar sowie 0,28 neue RHI-Aktien je zehn Vesuvius-Aktien. Zudem sei das Recht auf eine Zwischendividende von 7,1 Pence je Aktie enthalten. RHI Magnesita müsse sich nun nach britischem Übernahmerecht bis zum 27. Oktober erklären, ob der Konzern ein formelles Angebot vorlegen wolle. Der Vesuvius-Verwaltungsrat teilte mit, den Vorschlag zu prüfen. Eine Anfrage von Reuters an RHI Magnesita blieb zunächst unbeantwortet.

An der Börse sorgte die Nachricht für Kursgewinne bei Vesuvius. Die Aktie des Unternehmens stieg zeitweise um mehr als 30 Prozent auf 491 Pence und war damit auf dem Weg zum größten Tagesgewinn seit 1990. Die Offerte entspricht nach Reuters-Berechnungen einem Eigenkapitalwert von rund 1,37 Milliarden Pfund (etwa 1,6 Milliarden Euro). Die Aktien von RHI Magnesita verloren dagegen rund sechs Prozent.

RHI Magnesita entstand 2017 durch die Fusion der österreichischen RHI AG mit der brasilianischen Magnesita Refratarios. Der Feuerfestkonzern hat seinen operativen Sitz in Wien und ist an der Londoner Börse notiert.

Dem jüngsten Angebot war eine monatelange Auseinandersetzung vorausgegangen. Ein erstes Angebot hatte RHI im September 2025 vorgelegt und dabei 448 Pence je Aktie geboten. Vesuvius lehnte dieses sowie weitere Vorschläge ab. Zusätzlichen Druck auf den Verwaltungsrat übt der aktivistische Investor Cevian Capital aus, der seine Unterstützung für ein empfohlenes Angebot zu den finanziellen Bedingungen des jüngsten Vorschlags bereits zugesagt hat. Cevian ist seit 2012 an Vesuvius beteiligt und hat ein Mitglied in den Verwaltungsrat entsandt. Beide Unternehmen stellen feuerfeste Produkte für die Industrie her, insbesondere für die Stahlproduktion. Die Vesuvius-Aktionäre würden den Plänen zufolge nach Abschluss der Transaktion rund 13 Prozent an dem vergrößerten Unternehmen halten.

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